“Handbuch Briefing” – Interview mit den Autoren Louis Back und Stefan Beuttler

15. Mai 2012

Ihr Buch beginnt mit dem schönen Satz: “Punktgenau vermittelte Aufträge sind leider nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.” Was war für Sie die eindrücklichste Erfahrung eines misslungenen Briefings? Und wie sah die schönste Ausnahme aus?

Schwierige Frage. Wir haben ja schon im Buch eine ganze Menge Fallbeispiele beschrieben, bei denen viel schief ging. Das eindringlichste Erlebnis ist immer, wenn man merkt: Der Kunde, der brieft, hat eigentlich gar kein Interesse an dem Projekt. Sein Chef hat’s ihm aufgedrückt, und er will deshalb verständlicherweise keine Sekunde investieren. Solche Projekte haben von Anfang an kaum eine Chance. Und die schönsten Ausnahmen? Wenn selbst bei einem Neukunden alles auf Anhieb geklärt wird. Das ist nämlich viel, viel anstrengender und aufwändiger als bei einem Kunden, den man kennt und bei dem man sich deshalb vieles sparen kann: In einem guten Team wird das Briefen mit jedem Mal leichter.

Louis Back/Stefan Beuttler; Handbuch Briefing (Schäffer-Poeschel Verlag, 326 Seiten, gebunden)

Wenn Sie sich auf diese Zahl beschränken müssten: Welche drei Faktoren entscheiden in der Praxis darüber, ob ein Briefing zu einer erfolgreichen Kampagne, einer userfreundlichen Website oder einer ansprechenden Imagebroschüre führt?

Wär’ das schön, wenn man’s auf drei Faktoren reduzieren könnte! Es ist das komplexe Zusammenspiel von zahllosen Faktoren, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Und jeder dieser Faktoren, auch der geringste, hat das Zeug dazu, das Projekt zum Stolpern zu bringen. Wenn wir unbedingt die drei wichtigsten nennen sollten, würde ich sagen: Erstens die Haltung des Auftraggebers: Ist er sich klar drüber, dass auch er Zeit und Arbeit investieren muss, um seine Ziele zu vermitteln? Zweitens: Ist der Dienstleister kompetent – nicht nur in der Sache, sondern auch im Miteinander? Der dritte Faktor ist vielleicht der überraschendste, weil er beim Briefing gar nicht mit am Tisch sitzt: die Zielgruppe. Haben Auftragnehmer und Auftraggeber klare und wirklich fundierte Vorstellungen davon, was die Kunden von ihnen erwarten?

“Jedes Briefing, das zu vernünftigen Ergebnissen führen soll, macht Arbeit. Auch und gerade dem Auftraggeber.” Wie hoch ist Ihrer Einschätzung nach der Anteil der Auftraggeber, die diese Einsicht bereits vor der Lektüre Ihres Buches hatten?

Gering. Das liegt in der Natur der Sache. Man delegiert ja Arbeit gerade, um sie nicht selbst am Hals zu haben. Nur leider geht das nur bis zu einem bestimmten Punkt, weil Abstimmung und Kontrolle eben Zeit kosten. Es sei denn, man legt keinen Wert darauf, was am Ende rauskommt. Delegieren macht Arbeit – das ist schon etwas paradox, und das muss man sich erst mal klar machen. Oder aus schmerzhafter Erfahrung lernen.

Veröffentlichungen zum Thema Briefing sind relativ rar. Dabei verhindert ein gutes Briefing nicht nur, dass Geld sinnlos verbrannt wird, es setzt auch Potenziale frei, die für den Umsatz enorm förderlich sein können. Glauben Sie, dass die Bedeutung des Briefings – gerade bei Unternehmern – häufig unterschätzt wird?

Absolut. Aber auch hier kann ich nur sagen: Das ist verständlich. Das Briefing selbst hat ja erstmal kein unmittelbar in Zahlen messbares Ergebnis. Es ist ein Mittel zum Zweck, bisweilen sogar lästige Pflicht. Und wirkt nur über Bande. Seien wir ehrlich: Um seine Bedeutung zu erkennen, muss man schon unternehmensstrategisch denken. Da streuen wir uns keinen Sand in die Augen: Das tun die wenigsten. Meistens sind doch ganz andere, persönlichere Motive ausschlaggebend, die einem einfach näher liegen als der Unternehmenserfolg. Aber auch auf dieser Ebene gibt es gute Argumente für solide Briefings. Wir wären schon zufrieden, wenn mehr Auftraggeber erkennen, dass man sich das eigene Leben leichter macht, wenn man gleich richtig brieft.

Vielen Flyern, Websites oder Geschäftspapieren sieht man an, dass sie faule Kompromisse divergierender Geschmäcker darstellen, keiner klaren grafischen oder funktionalen Ausrichtung folgen. Wie kann man solchen Misserfolgen bereits im Briefing vorbeugen? Wie wichtig ist dabei eine frühe Aufgaben- und Kompetenzverteilung?

Unternehmen müssen erkennen, dass Mut zur klaren Entscheidung sich unmittelbar in der Qualität niederschlagen kann. Und wenn die Entscheidung fundiert ist, weil man Ziel und Zielgruppe genau kennt, braucht es gar nicht so viel Mut dazu. Das Problem ist, dass noch immer in vielen Unternehmen Hierarchie vor Fachkompetenz geht. Solche Fehler in der Unternehmensorganisation schreiben sich von selbst fort – bis ins gedruckte Ergebnis.

Sie sprechen mit Ihrem Buch nicht zuletzt kleine und mittlere Unternehmen an, die vielleicht ein oder zwei Mal im Jahr vor der Aufgabe stehen, die Gestaltung einer Broschüre oder eines Messestandes in Auftrag zu geben. Warum lohnt es sich für diese Zielgruppe, Ihr Buch zu lesen?

Weil es allemal günstiger ist, als einen externen Fachmann zu beauftragen. Selbst wenn man das tut, sollte man dessen Arbeit verstehen, um sie bewerten zu können. Nicht jeder Berater hat auch wirklich guten Rat parat. Zu wissen, welche Aufgaben man wie überträgt und welche lieber nicht, erspart einem auch falsche Erwartungen an seine Dienstleister. Wir denken und hoffen aber, dass unser Buch die meisten KMUs eher über Bande erreichen wird. Über Dienstleister, die das Buch lesen, dadurch besser verstehen, was ihren Kunden umtreibt, und die dann entsprechend reagieren können. Ein Dienstleister kann oft nur durch richtiges Nachfragen auch ein verkorkstes Briefing retten.

Auch die Auftragnehmer selbst nehmen Sie “ins Gebet”, etwa wenn sie “Kreativen” klar machen, dass sie ihren Dienstleistungsauftrag nicht vergessen und in ein verhindertes Künstlertum abdriften dürfen. Was ist Ihrer Erfahrung nach der häufigste Briefing-Fehler auf Seiten der Auftragnehmer?

Zu glauben, die Probleme des Auftraggebers seien nicht die eigenen.

Was raten Sie einem Dienstleister, der gerade von einem wichtigen Neukunden ein Briefing erhalten hat, das so nicht umsetzbar ist? Gibt es so etwas wie “Goldene Regeln der Kundenführung”?

Respekt vor dem Kunden ist die Goldene Regel schlechthin. Das bedingt auch ein klares Wort, wo es angebracht ist. Deshalb nutzt es in einem solchen Fall nichts, darauf zu setzen, man werde sich schon irgendwie durchwurschteln. Das Ergebnis wird niemand zufrieden stellen. Und der Fehler im Briefing wird für die nächsten Projekte festgeschrieben. Wenn es ein wirklich wichtiger Neukunde ist, will man ihn doch langfristig halten und zufrieden stellen! Also sollte man sich auch mit ihm zusammensetzen und nach Lösungen suchen, wenn etwas nicht stimmt. Alles andere geht nur, wenn man mit der Haltung an die Arbeit geht: Augen zu und durch – und nach uns die Sintflut; also nur, wenn der Dienstleister eine Unternehmensstrategie fährt, die lieber aufs schnelle Geld setzt als auf nachhaltige Kundenbindung.

Lässt sich etwas Allgemeines darüber sagen, ob Briefings für manche Kommunikationsprodukte schwieriger zu erstellen sind als für andere? Oder hängt alles davon ab, wie gut Auftraggeber und Auftragnehmer die “8K-Regel” Ihres Handbuchs verinnerlicht haben?

Je komplexer das Projekt, desto komplexer das Briefing. Das ist der eine Faktor. Wir haben das ja auch im Buch deutlich gemacht, indem wir zwischen Strategie-, Kreativ- und Ausführungsbriefing unterscheiden. Der zweite Faktor, der über Aufwand und Komplexität des Briefings entscheidet, ist die Konstellation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Kenne ich als Dienstleister den Kunden aus früheren Projekten, kann man auf lange Vorreden zu Unternehmensstruktur, -strategie und -philosophie verzichten. Das spart Zeit und Arbeit.

Sie betonen mehrfach, wie wichtig es ist, dass der Auftraggeber das Briefing nicht als Instruktion, sondern als gleichberechtigten Austausch betrachtet. Setzt eine solche Haltung nicht bei vielen Auftraggebern einen Lernprozess voraus, der weit über das Thema Briefing hinaus geht (Stichworte: Führungsstil, Fähigkeit zur Selbstkritik usw.)?

Ja, natürlich – aber nicht nur bei Auftraggebern! Insofern ist unser Buch auch als Beitrag zu einer umsichtigeren Geschäftskultur und zu einem erfolgsorientierteren und ersprießlicheren Miteinander im Arbeitsleben überhaupt gedacht. Wir stehen zu einem Kernsatz unseres Buchs: Der wahre Egoist kooperiert.
Die Fragen stellte Roland Große Holtforth, Literaturtest.

Mai 2012: Die kommentierte Bestsellerliste von Managementbuch.de

14. Mai 2012

1. George Soros: Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika.

Alle wollen wissen, was Soros denkt. Sein Buch ist zum zweiten Mal auf Platz 1. Kein Wunder. Soros nimmt kein Blatt vor den Mund, versteckt sich nicht hinter Konjunktiven. So hat für ihn auch die Euro-Krise einen Namen. Und der ist Angela Merkel. Seit der Lehmann-Pleite habe sie nationale Lösungen europäischen Lösungen vorgezogen. Und sie sei es auch, die Griechenland durch ihre Politik an den Rand des Ruins getrieben habe. So sehr George Soros in Zeiten des Gleichgewichts staatlichen Rettungsmaßnahmen klare Absagen erteilt, so eindringlich warnt er jetzt davor, den Brand aus lauter Angst vor Wasserschäden nicht zu löschen.

>> George Soros George Soros: Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika. Originaltitel: Financial Turmoil in Europe and the United States. Börsenmedien AG. April 2012

2. Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation.

Das “Managementbuch des Jahres 2011″ entwickelt sich zum Dauerbrenner. Zu Recht, denn noch nie wurden wesentliche Geschäftsprozesse so einleuchtend in verständliche und logische Einheiten “zerlegt”. Die hervorragende und reich bebilderte Gestaltung des Buches ist Teil des Konzepts, Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse so darzustellen, dass sie in jeder Abteilung, in jedem Unternehmen (egal wie groß es ist) als wirkliche Vorlage für die eigene Strategiearbeit dienen kann.

>> Alexander Osterwalder, Yves Pigneur Business Model Generation. Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. Campus Verlag GmbH. August 2011

3. Offensive Mittelstand (Hrsg): Unternehmensführung für den Mittelstand.

Hier geht es um fast 100% der deutschen Unternehmen. Genauer gesagt um 99,7% aller deutschen Unternehmen. Es geht um die KMU, die kleinen und mittleren Unternehmen. Mit dem Buch “Unternehmensführung für den Mittelstand”, das von der “Offensive Mittelstand” herausgegeben wird, finden jetzt Verantwortliche und Unternehmer eine Anleitung, ihren Betrieb auf die elf wesentlichen Erfolgsfaktoren hin zu durchleuchten.

>> Unternehmensführung für den Mittelstand. Herausgegeben von Offensive Mittelstand. Schäffer-Poeschel Verlag. April 2012

4. Iris Riffelt: Zwischenstopp Burnout

“Kann ich mir überhaupt eine Auszeit leisten? Wie sieht es mit dem Krankengeld aus? Wie lange bin ich versichert? Kann mir gekündigt werden, wenn ich mehrere Monate krank bin? Wie soll ich als Selbstständiger eine Auszeit finanziell überleben?” All diese Fragen arbeitet die Fachanwältin Iris Riffelt Punkt für Punkt ab. Und sie macht klar, dass auch bei Burn-out weder der Arbeitgeber noch der Patient entscheiden, wie lange die Krankheit dauert. Sondern dass die Krankheit der Maßstab ist, nach dem gehandelt wird.

>> Iris Riffelt Zwischenstopp Burnout
Praktische Hilfe für den geordneten Aus- und Wiedereinstieg: Rechte, Finanzen, Versicherungen. Wiley VCH Verlag GmbH. März 2012

5. Jim Collins: Oben bleiben. Immer

In turbulenten Zeiten braucht es mutige, visionäre und risikofreudige Chefs? Nichts falscher als das, sagt Jim Collins, einer der weltweit wichtigsten Management-Strategen. Auch Innovationsfreude ist eine Tugend, die eher in den Abgrund als auf den Olymp führt. Und wer Schnelligkeit für das Mittel der Wahl hält, um Krisen zu trotzen, der verfügt allenfalls über “eine sichere Methode, um unterzugehen.” Keine Polemik, sondern die Erkenntnis aus umfangreicher Forschungsarbeit, die der Bestsellerautor Jim Collins hier auffährt.

>> Jim Collins, Morten T. Hansen Oben bleiben. Immer. Originaltitel: Great by Choice. Uncertainty, Chaos, and Luck – Why Some Thrive Despite Them All. Campus Verlag GmbH. Februar 2012

6. Christine Scharlau, Michael Rossié: Gesprächstechniken

Die Sprache steckt voller Fußangeln: Was dem einen eine Frage (”Haben Sie mich verstanden?” ist dem anderen eine Drohung (”Haben Sie mich verstanden!”). Das Buch “Gesprächstechniken” lehrt, besser zu verstehen – und besser verstanden zu werden. Sehr (berufs)alltagsnah, sehr praktisch. Viele knifflige und heikle Situationen werden von den Experten elegant aufgelöst.

>> Christine Scharlau, Michael Rossié Gesprächstechniken. Haufe Lexware GmbH. März 2012

7. Sylvia Löhken: Leise Menschen, starke Wirkung

Introvertierte oder “Leise” werden seit dem frühesten Kindesalter mit unpassenden Forderungen gequält: “Spiel doch mit den anderen”, “Bring dich mehr ein in der Schule”, “Geh doch mal mit den anderen aus”. Und im Erwachsenenalter setzt sich das fort. Dass man mit diesen Ratschlägen einfach mal die Hälfte der Menschheit ignoriert, fällt dabei unter den Tisch. Deshalb ist es gut, dass Sylvia Löhken jetzt ein Buch mit Erfolgs- und Karrierestrategien ganz speziell für die “Leisen” geschrieben hat. Möge es dazu beitragen, dass die “Lauten” merken, dass sie nicht allein auf der Welt sind.

>> Sylvia Löhken Leise Menschen – starke Wirkung. Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden. GABAL Verlag GmbH. Januar 2012

8. Petra Bock: Mindfuck

Petra Bock schöpft aus dem Vollen und verknüpft die für das neurolinguistische Programmieren (NLP) zentralen “Glaubenssätze” mit der Transaktionsanalyse und dem “Inner Game”-Konzept Timothy Gallweys. Herausgekommen sind dabei die von Petra Bock so benannten “Mindfucks”, wie sie provokant die Techniken der Selbstsabotage nennt. Genau sieben solcher Techniken hat sie in langjähriger Arbeit als Coach identifiziert. Alle führen dazu, dass wir an der schlechten Gegenwart festhalten, anstatt in die bessere Zukunft aufzubrechen.

>> Petra Bock Mindfuck
Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können. Droemer Knaur. Oktober 2011

9. Christoph Burger: Karriere ohne Schleimspur

“Persönlichkeit kommt weiter” ist das Credo des erfahrenen Karriereberaters und Psychologen Christoph Burger. Denn Mitarbeiter mit der Hand an der Hosennaht und biegbarem Rückgrat machen heute keinen Stich mehr. Allerdings meint “Persönlichkeit” nicht “Querkopf”. Auch heute noch zählt, was der Chef sagt. Aber mindestens den kann man sich aussuchen. In “Karriere ohne Schleimspur” skizziert Christoph Burger einen vielversprechenden, ego-zentrischen Weg nach oben.

>> Christoph Burger Karriere ohne Schleimspur
Wie Sie Charakter zeigen und trotzdem Erfolg haben. Linde Verlag. Februar 2012

10. Thilo Baum, Martin Laschkolnig (Hrsg.): Die Bildungslücke

Das Buch, das Schul- und Hochschulabsolventen jenseits des Fachwissens auf das Berufsleben vorbereitet. Denn da geht es nur zu einem eher bescheidenen Teil um tatsächliches Fachwissen, sondern vielmehr um die viel beschworenen “Soft Skills”. Diese “Bildungslücke” wird mit diesem Buch endlich gefüllt. Namhafte Experten haben ihr Wissen dafür auf Berufseinsteiger zugeschnitten. Eine prima Gelegenheit, die wahren Anforderungen der Arbeitswelt kennenzulernen.

>> Die Bildungslücke. Der komprimierte Survival-Guide für Berufseinsteiger.

Der schnelle Check für kleine und mittlere Unternehmen

14. Mai 2012

Hier geht es um fast 100% der deutschen Unternehmen. Genauer gesagt um 99,7% aller deutschen Unternehmen. Es geht um die KMU, die kleinen und mittleren Unternehmen. Unter 50 Millionen Umsatz, unter 500 Beschäftigte. In den Medien ist allerdings meist von den 0,3% der anderen Unternehmen die Rede. Obwohl die KMU über 60% aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze schaffen und immerhin fast 40% des Umsatzes erwirtschaften. Die meisten dieser Unternehmen können es sich nicht leisten, für jede Frage teure Berater anzuheuern. Hier gilt, gerade was die Unternehmensführung anbelangt: selbermachen. Mit dem Buch “Unternehmensführung für den Mittelstand”, das von der “Offensive Mittelstand” herausgegeben wird, finden jetzt Verantwortliche und Unternehmer eine Anleitung, ihren Betrieb auf die elf wesentlichen Erfolgsfaktoren hin zu durchleuchten.

Die Unternehmensausrichtung überprüfen

Kleine und Mittlere Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass es meist einen Gründer mit einer Idee und dem Mut zur Umsetzung gab. In der Folge wächst das Unternehmen um die Aufträge herum, wird größer – und unübersichtlicher. Und auch die Bedrohungen nehmen zu. Deshalb ist es wichtig, immer wieder einen Cut zu machen und das Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen. Elf Faktoren haben die Macher der “Offensive Mittelstand” herausgefiltert, anhand derer die Ausrichtung des Unternehmens geprüft werden kann. Die elf Faktoren werden jeweils kurz beschrieben, ihre Bedeutung für die Unternehmen wird klar gemacht und die wichtigsten Methoden werden vorgestellt. Praktische Tipps und Checklisten zur Umsetzung machen das Buch zu einem vorzüglichen Werkzeug.

Die elf Erfolgsfaktoren im Überblick

1. Strategie: Vom Bauchgefühl zur systematischen Nutzung der Ressourcen: “Das ist unser spezifischer Weg, das wollen wir und das macht uns erfolgreich”.
2. Liquidität: So kann die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sichergestellt werden. Mit Darstellung der wesentlichen Kennziffern (Liquidität 1. und 2. Grades)
3. Risikobewertung: Unternehmen zu gründen und in die Zukunft zu führen bedeutet immer, Risiken einzugehen. Die systematische Risikobewertung hilft dabei, die Risiken im Griff zu haben.
4. Führung: Schon ab einem Angestellten ist “Führung” ein Thema, das nie abreißt. Die Autoren zeigen, wie die Rahmenbedingungen beschaffen sein müssen, damit die Mitarbeiter auch mitarbeiten.
5. Kundenpflege: Jedes Geschäft steht und fällt mit der Akzeptanz der Leistung beim Kunden. Parameter, die dem ständigen Wandel unterliegen. Hier werden die Methoden vorgestellt, um Kunden langfristig zu binden.
6. Organisation: Ist das Unternehmen so aufgestellt, dass alle Prozesse reibungslos laufen? Haben alle die Arbeitsbedingungen, die sie brauchen, um gut zu sein?
7. Unternehmenskultur: Dieses Kapitel enthält wichtige Impulse für die Gestaltung einer produktiven Unternehmenskultur. Ein Faktor, der die Zusammenarbeit und Erreichung von Zielen wesentlich mitbestimmt.
8. Personalentwicklung: Schon in kleinen Unternehmen genügt es heute kaum mehr, Personal dann zu suchen, wenn die anderen die Arbeit nicht mehr schaffen. Die Autoren zeigen, wie Personalentwicklung systematisch betrieben werden kann und muss.
9. Prozesse: Wissen alle Beschäftigten, was sie zu tun haben? Werden die Arbeiten so übergeben, dass die anderen nahtlos weiterarbeiten können? Optimale Prozesssteuerung hilft bei der Reduzierung von Lagerbeständen ebenso wie bei der Erhöhung der Kundenzufriedenheit.
10. Beschaffung: Im Einkauf liegt nicht nur der Gewinn. Im Einkauf wird auch über die Qualität der Produkte entschieden. Deshalb hilft auch hier der systematische Blick auf den ganzen Prozess.
11. Innovation: Es muss und kann ja nicht immer das iPad sein. Aber wer morgen noch am Markt erfolgreich sein will, muss das Thema Innovation zur Chefsache machen.

Das große Ganze im Blick

Alle elf Erfolgsfaktoren werden auf wenigen Seiten präzise dargestellt. Und zwar so, dass Unternehmer und Führungskräfte schnell erkennen, wo der Hase im Pfeffer liegt. Zudem zeigen die Autoren, welche nächsten Schritte schnell eingeleitet werden können. Natürlich gibt es zu allen hier beschriebenen Faktoren meterweise Fachbücher. Aber gerade in der Prägnanz und Kürze liegt der Vorteil von “Unternehmensführung für den Mittelstand.” Nur so ist es machbar, alle wesentlichen Faktoren in den Blick zu bekommen und schnell festzustellen, wo es Handlungsbedarf gibt. Managementbuch.de – Fazit: Prädikat “wertvoll”, weil “Unternehmensführung für den Mittelstand” genau auf die Verhältnisse der KMU eingeht und durch seinen sehr guten Aufbau schnell wichtige Erkenntnisse zutage fördert.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:
>> Unternehmensführung für den Mittelstand
Strategie, Liquidität, Risikobewertung, Führung, Kundenpflege, Organisation, Unternehmenskultur, Personalentwicklung, Prozesse, Beschaffung, Innovation. Herausgegeben von Offensive Mittelstand. Schäffer-Poeschel Verlag. April 2012

Über die Kunst, anderen auf die Sprünge zu helfen

14. Mai 2012

Man kann andere Menschen nicht ändern, sagen die einen und legen gerne nach mit “nicht mal sich selbst kann man ändern.” Motivation funktioniere, wenn überhaupt intrinsisch, andere motivieren zu wollen gilt als Griff in die Mottenkiste. Umso mutiger, wenn jetzt der amerikanische Psychologe Michael V. Pantalon in seinem Buch “Nicht warten, starten” gar eine Sieben-Minuten-Motivationsmethode ankündigt. Das Verhalten anderer ändern in nur sieben Minuten? So ein Schmarrn, dachte ich. Und entdeckte eines der besten Bücher zum Thema Motivation.

Anderen dabei helfen, die eigenen Gründe zu entdecken

Nein, man kann anderen nichts aufschwatzen, andere nicht mit Gründen, die für einen selbst gelten, zu Verhaltensänderungen bewegen. Dieser “Tell and Sell”-Ansatz funktioniert so gut wie nie. Ob Sie einem Freund (oder sich selbst) die Nachteile des Rauchens auflisten, ob Sie eine Freundin ins Fitnessstudio bugsieren oder einen Mitarbeiter zur Pünktlichkeit motivieren wollen – Sie werden in der Regel scheitern. Man wird aber Erfolg haben, behauptet Michael Pantalon, wenn man Menschen dabei hilft, “ihre eigenen Gründe dafür zu entdecken, etwas Bestimmtes zu tun, selbst wenn sie dachten, dass sie es nicht tun wollten.”

“Tu dies, tu das” heißt das Kommando, um andere zu blockieren

Der Psychologe Pantalon hat seine Methode “Instant Influence” getauft – weil er überzeugt ist, dass wenige Minuten reichen, um andere Menschen zu Verhaltensänderungen zu bewegen. Die drei Grundprinzipien lauten:

1. “Die Entscheidung liegt stets bei jedem selbst.” Sobald unsere Freiheit, zu handeln von anderen eingeschränkt wird (zum Beispiel durch Aufforderungen der Marke “tu dies, tu das”) neigen wir zur Bockigkeit und tun das Gegenteil. Der Psychologe nennt das “Reaktanz”, wonach uns missfällt, was wir vorgeschrieben bekommen.
2. “Jeder besitzt bereits ausreichend Motivation”. Damit legt Pantalon den Schwerpunkt auf die sogenannte “intrinsische” Motivation. Seine Methode ist der Versuch, den Zugang zu den eigenen Motiven zu finden.
3. “Der Fokus auf jedes noch so kleine bisschen Motivation ist effektiver als Fragen, die den Widerstand thematisieren.” Also nicht fragen “Was hindert dich daran, pünktlich zu sein?” sondern eher: “Was könnte es dir für Vorteile bringen, pünktlich zu sein?”

In diesen Prinzipien spiegelt sich ein wesentliches Moment der Methode Pantalons, nämlich die Autonomie des anderen zu fördern, ihm ihn jeder Situation zu zeigen, dass es um die eigene Entscheidung geht – und natürlich auch um die Konsequenzen daraus.

Und so geht Instant Influence

Im Kern ist Instant Influence sehr praktisch orientiert. Sechs Schritte sind nach Pantalon zu befolgen, wenn man anderen innerhalb kurzer Zeit (er behauptet, sieben Minuten reichen) auf die Sprünge helfen will:

1. Finden Sie heraus, warum der andere (oder Sie selbst) sich ändern können wollte.
2. Fragen Sie, wie groß die Bereitschaft ist, sich zu ändern. Und zwar ganz konkret auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht) – 10 (vollkommen bereit).
3. Fragen, warum der andere nicht eine kleinere Zahl genommen hat (so wird er angeregt, über die positiven Aspekte nachzudenken).
4. Fragen Sie nach den positiven Resultaten, die sich bei einer Verhaltensänderung einstellen würden.
5. Fragen Sie, warum die Resultate für den anderen wichtig sind.
6. Am Ende geht es darum, ins Handeln zu kommen: “Was könnte der nächste Schritt sein?”

Statt Ablehnung durch die “Tell and Sell”-Methode verspricht Michael Pantalon durch diese sechs Schritte ein “Positive-Message-Framing” bzw. ein “Gewinn-Framing”.

Motivation zur Selbstmotivation

Die Kunst ist jetzt natürlich, diese sechs Schritte umzusetzen. Also die richtigen Fragen zu stellen, die Antworten richtig zu interpretieren und auch zu wissen, wann es am besten ist, den Mund zu halten. Alles Techniken und Kniffe, die Michael V. Pantalon in “Nicht warten, starten” verrät. Managementbuch.de – Fazit: Intrinsische Motivation ist sicherlich die wirkungsvollste und vielleicht sogar einzige mögliche Motivationsform. Mit seiner Methode “Instant Influence” zeigt Michael V. Pantalon, wie wir anderen helfen können, den Zugang zu intrinsischen Motiven zu finden. Anders gesagt: wir können anderen auf die Sprünge helfen, springen können aber nur sie selbst. Eine einleuchtende Methode, ein vielversprechender Weg.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Michael V. Pantalon Nicht warten – starten!
Das 7-Minuten-Programm zur Motivation. dtv Verlag. Mai 2012

“Touchpoints” als Grundlage für eine neue Managementstrategie

7. Mai 2012

Das Organigramm auf den Kopf stellen. Nicht vom Verkaufen her denken, sondern vom Kaufen. Die Kunden gewinnen und begeistern, nicht überreden. Anne M. Schüller hat sich wie keine andere die konsequente Kundendenke auf die Fahnen geschrieben. Und dazu spielen ihr die Entwicklungen der letzten Jahre in die Karten. Denn was wir derzeit erleben, ist eine Umwälzung im Marketing, die ihresgleichen sucht. Ob man es nun Web 2.0 oder Web 3.0 nennt. Sicher ist, dass das “Social Web” den Kunden ein machtvolles Instrument in die Hand gegeben hat (von der Hotelbewertung bis zu Kommentaren auf Facebook) und gleichzeitig völlig neue Anforderungen an Unternehmen stellt. Und zwar an große genauso wie an kleine. In ihrem Buch “Touchpoints” stellt Anne M. Schüller den Unternehmen eine Managementstrategie zur Verfügung, um sich diese neue Welt systematisch zu erschließen.

Das mobile Netz verändert die Nutzung und die Anforderung an die Unternehmen

Der Durchbruch der Smartphones und Tablets hat das Internet in eine neue Dimension katapultiert. Ging es noch vor kurzer Zeit darum, am PC oder Laptop zu “surfen”, das heißt, sich Inhalte aller Art online zu besorgen, so haben die neuen Endgeräte und die neuen Social Web Angebote das Internet zum Mitmach-Internet gemacht. Hier ein Foto geschossen und schon gepostet, da einen Kommentar hinterlassen und dort mit Freunden aus aller Welt Freud und Leid geteilt. Vorbei die Zeiten, in denen Politiker und Unternehmen hinter verschlossenen Türen agieren konnten. Vorbei die Zeit, als Kommunikation eine Einbahnstraße war. Im ersten von drei Teilen ihres Buches “Touchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute”, skizziert Anne M. Schüller die gravierenden Veränderungen und deren Bedeutung für die Unternehmen.

Mit den Augen der Kunden sehen

Im zweiten Teil zeigt sie Unternehmen und Markenverantwortlichen, wie sie ihr Unternehmen systematisch auf neuen Kurs bringen. Es ist der Kern ihres Buches und ihres Ansatzes, die Touchpoints, also alle Punkte, an denen Kunden mit dem Unternehmen in Berührung kommen, vollständig zu identifizieren und deren Relevanz zu erkennen. Diese Berührungspunkte gibt es lange vor dem Kauf und (hoffentlich) lange danach. Durch konsequentes Touchpoint-Management kann zuverlässig bewertet werden, welche Kontaktpunkte überflüssig oder sogar kontraproduktiv sind und wo Kontaktpunkte fehlen oder unzureichend entwickelt sind. Kein Unterfangen, das sich nebenbei erledigen ließe. Deshalb stellt die Beraterin gleich einen umsetzbaren Managementprozess vor.

Auch auf die Touchpoints zwischen Mitarbeitern und Führungskräften kommt es an

Überraschend der dritte Teil des Buches. Denn hier dreht Anne M. Schüller das ¿Customer Touchpoint Management¿ um und erweitert es dadurch zum “Collaborator Touchpoint Management”. Den Mitarbeiter als Kunden zu betrachten sieht Schüller zwar selbst als einen “alten Hut” an – durch das “Collaborator Touch-Point-Management” verspricht sie aber, diesen Prozess zu systematisieren. Besonders aufgrund der neuen Arbeitswelten, in denen Freelancer, Festangestellte, Teilzeitkräfte und Dienstleister bunt gemischt an Projekten arbeiten, sind neue Führungssystematiken notwendig. Das hier erstmals vorgestellte “Collaborator Touchpoint Management” ermöglicht es, relativ leicht alle “Berührungspunkte” zwischen den jeweiligen “Collaborators” festzustellen – um sie dann zu optimieren. Ein einfaches Instrumentarium, um die heutigen komplexen Führungsanforderungen zu systematisieren.

Ein innovatives Management-Werkzeug

Managementbuch.de – Fazit: Unternehmen entlang der externen und internen “Touchpoints” zu organisieren vereinfacht das Management durch Konzentration aufs Wesentliche. Nicht umsonst werden Touchpoints auch als “Momente der Wahrheit” bezeichnet. Denn im konkreten Aufeinandertreffen von Kunden und Unternehmen einerseits und Führungskräften und Mitarbeitern andererseits wird die Unternehmensrealität tagtäglich neu erschaffen. Wer diesen komplexen Prozess erfolgreich steuern will, findet in “Touchpoints” ein innovatives Management-Werkzeug.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Anne M. Schüller: Touchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute. Gabal 2012

Auf Welt-Erkundungs-Tour mit Aristoteles, Rousseau und Nietzsche

7. Mai 2012

Sie war 31, als sie ihr Wunschkind bekam. Und von da an war ihre Welt eine andere. Denn ihr Kind war mit einer Behinderung auf die Welt gekommen. Statt eines glücklichen Familienlebens ging es um Operationen, Krankheiten, um Angst und Verzweiflung. Erst allmählich lernte die Wirtschaftsingenieurin, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Dabei halfen ihr weniger Ratgeber, sondern die Auseinandersetzung mit den großen Themen der Menschheit. Auslöser war eine “Kleine Geschichte der Philosophie”, auf die sie in einer Buchhandlung stieß. Daraus wurde eine Leidenschaft. Ingrid Schilling-Frey kündigte ihren Job und begann, Philosophie zu studieren. Jetzt beschreibt sie in ihrem Buch “Ans Glück könnte ich mich gewöhnen”, was sie von den großen Philosophen gelernt hat. Kein akademisches Buch, sondern eines, das zeigt, wie die Beschäftigung mit den großen Fragen auch das alltägliche Leben bereichert.

Wie ein gutes Leben möglich ist

Anders als viele Berufsphilosophen geht es Ingrid Schilling-Frey nicht um Philosophiegeschichte, nicht um die große Theorie, sondern darum, was uns die großen Denker heute noch zu sagen haben. Und das ist eine ganze Menge. Eine Einladung, über sich und seine Stellung in der Welt bewusst zu werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir über das Nachdenken und das Wissen über den Menschen zu einem “guten Leben” jenseits materieller und äußerlicher Faktoren gelangen können.

Ein anregender Spaziergang durch 2000 Jahre philosophisches Denken

“Ans Glück könnte ich mich gewöhnen” ist entlang der drei Philosophen geschrieben, die Ingrid Schilling-Frey am meisten inspiriert haben. Und das ist gleichzeitig ein unterhaltsamer Gang durch über zweitausend Jahre praktische Philosophie. Wir begegnen dem Griechen Aristoteles, der über die Freundschaft mit sich selbst als Ausgangspunkt der Freundschaft zu anderen vorgestellt wird. Wir erfahren die Grundzüge des Denkens von Jean-Jacques Rousseau und seine Vorstellung vom Glück. Und die Autorin wandelt mit ihren Lesern auf den Spuren des kühnen Friedrich Nietzsche.

Den Alltag einmal durch eine andere Brille betrachten

Das Besondere am Buch “Ans Glück könnte ich mich gewöhnen” ist, dass Ingrid Schilling-Frey mit ihrer Lebenserfahrung und mit ihren Lebensfragen den ansonsten hinter akademischen Wolken verhangenen Berg namens “Philosophie” auf neuen Pfaden erklimmt. Sie bleibt dabei nicht in der Geschichte stecken, sondern zieht auch die neuere psychologische, neurowissenschaftliche und soziologische Forschung heran, um ihrer Frage näherzukommen, was “Glück” heute bedeuten kann. Managementbuch.de – Fazit: Ein anregendes Buch über die geistigen Grundlagen des Lebens, das aus dem Vollen schöpft, ohne je belehrend daherzukommen. Und eine Einladung, Begriffe wie Angst, Risiko, Gesellschaft, Erfolg – und Glück durch eine andere Brille zu betrachten.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Ingrid Schilling-Frey. Ans Glück könnte ich mich gewöhnen. Ludwig Verlag. 2012

Risikoscheue Manager gesucht

30. April 2012

In turbulenten Zeiten braucht es mutige, visionäre und risikofreudige Chefs? Nichts falscher als das, sagt Jim Collins, einer der weltweit wichtigsten Management-Strategen. Auch Innovationsfreude ist eine Tugend, die eher in den Abgrund als auf den Olymp führt. Und wer Schnelligkeit für das Mittel der Wahl hält, um Krisen zu trotzen, der verfügt allenfalls über “eine sichere Methode, um unterzugehen.” Keine Polemik, sondern die Erkenntnis aus umfangreicher Forschungsarbeit, die der Bestsellerautor Jim Collins zusammen mit Morten T. Hansen jetzt in “Oben bleiben. Immer.” veröffentlicht hat.

Angetreten zum Duell

Mit “Der Weg zu den Besten” hat Jim Collins bereits einen Weltbesteller geschrieben. Damals ging es ihm darum, Outperformer zu finden. In “Oben bleiben. Immer” hat er die Forschungsfrage verändert: Was machen Unternehmen, die eine Krise unbeschadet überstehen oder während einer Krise sogar wachsen anders als die anderen. Also hat sich sein Team in die Fakten gekniet und die erfolgreichen direkt mit den weniger erfolgreichen Unternehmen verglichen. So kommt es zu spannenden “Duellen” zwischen Microsoft und Apple, zwischen Southwest-Airlines und PSA, Amgen und Genentech, Intel und AMD.


Die Erfolgreichen sind weder mutiger noch innovativer noch ehrgeiziger

Die Ergebnisse dürften allen Vorsichtigen im Lande runtergehen wie Öl. Denn sie sind eindeutig. Zwar gehört unbestritten eine gehörige Portion Mut oder sogar Naivität dazu, ein Unternehmen zu gründen, zu leiten oder umzubauen. Aber gerade, weil Gefahren im Prinzip an jeder Ecke lauern, ist es so wichtig, so wenig Risiken einzugehen, wie nur irgend möglich. Collins behauptet nicht, dass die Chefs erfolgreicher Unternehmen mutlose Angsthasen seien. Aber er sagt, dass sie “nicht kreativer, nicht in höherem Maße visionär, nicht charismatischer, nicht ehrgeiziger, nicht risikofreudiger, nicht heldenhafter, nicht mutiger” sind, als die anderen, die weniger erfolgreichen Unternehmenslenker.


Rein in die Fakten

Was unterscheidet dann die Erfolgreichen von den anderen? Collins nennt es die Fähigkeit, “auf paradoxe Weise Kontrolle und Nicht-Kontrolle zu vereinbaren.” Und natürlich “Disziplin” und das bedeutet, “Konsequenz in Bezug auf das eigene Handeln, Konsequenz in Bezug auf Wertvorstellungen und langfristige Ziele”. Ein weiteres Merkmal der erfolgreichen Unternehmer drückt Jim Collins mit der etwas seltsamen Formel “empirische Kreativität” aus. Dahinter steckt die Beobachtung, dass sich erfolgreiche Unternehmer intensiv mit allen nur irgendwie vorhandenen Daten und Fakten befassen ¿ und daraus ihre kreativen Schlüsse ziehen. Belastbare Daten statt Wolkenkuckucksheimen.

Wie Scott und Amundsen

Collins und Hansen präsentieren ihre Erkenntnisse spannend verpackt. So zeigen sie anhand der Unterschiede der beiden Polarforscher Scott und Amundsen, wichtige Strategien und Methoden auf (Scott experimentierte mit Ponys, die im Schnee versanken und Motorschlitten, die nach ein paar Metern ihren Geist aufgaben. Amundsen dagegen hatte sich Jahrzehnte vorbereitet, mit Eskimos gelebt, konnte perfekt mit Schlittenhunden umgehen und er plante vor allem immer genügend Reserven ein. Während Scott und der Rest seiner Truppe zehn Meilen vor dem Camp erfroren aufgefunden wurden.


Ein guter Rückhalt

Managementbuch.de – Fazit: “Oben bleiben. Immer.” beschreibt grundlegende unternehmerische Verhaltensweisen, die vielerorts tagtäglich praktiziert werden (sonst gäbe es keine erfolgreichen Unternehmen). Umso besser, dass Collins den gesunden Menschenverstand unterfüttert. Mit interessanten Daten und spannenden Vergleichen. Sie tragen dazu bei, Unternehmern und Chefs Sicherheit auch bei unpopulären Handlungen zu verschaffen und sie darin zu bestärken, wenn es sein muss, auch gegen den Strom zu schwimmen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Details zum Buch:

>>Jim Collins, Morten T. Hansen; Oben bleiben. Immer. Great by Choice. Uncertainty, Chaos, and Luck – Why Some Thrive Despite Them All. Campus Verlag GmbH. Februar 2012

Für alle, die das große Rad drehen wollen

30. April 2012

Kein Karriereratgeber, sondern ein Karriere-Entschlüssler. Noch exakter eine Analyse dessen, was große Persönlichkeiten ausmacht. In Ihrem Buch “Ambition” behaupten Dorothea Assig und Dorothee Echter nichts weniger, als erstmals die Karriere-DNA zu decodieren und Karriere als System zu beschreiben. Sie reduzieren “Karriere” nicht auf das Thema “beruflicher Erfolg”. Vielmehr drückt sich in ihrem Verständnis eine große Karriere in “großen Leistungen für andere, für die Gesellschaft, für die Welt” aus. Und alles dreht sich um die “Ambition”. Deshalb ist das Buch ein guter Schleifstein für alle Ambitionierten. Denn es beglaubigt nicht nur die alte Regel “von Nichts kommt nichts”, sondern zeigt auch, woher Erfolg kommt.


Von erfolgreichen Menschen lernen

Die Grundlage, auf der die beiden erfahrenen Trainerinnen und Coaches schreiben, ist ihre eigene Erfahrung im Umgang mit Top-Performern. Dazu kommen biografische Details großer Persönlichkeiten. In ihrem Buch “Ambition” verbinden sie zudem Erkenntnisse aus dem Coaching, der Karriereliteratur und der Psychologie und entwickeln daraus ein in sich stimmiges System. Der Anspruch auf Einzigartigkeit ist zwar hoch gegriffen. Menschen, die große Ziele anstreben, werden aber gute Denkanstöße zur Weiterentwicklung finden. Eine Garantie, durch die Befolgung des “Karrieresystems” tatsächlich eine große Karriere zu machen, gibt es indes nicht. Die Autorinnen schließen vom Teil aufs Ganze. Das mag zwar plausibel sein, aber durch induktive Verfahren erhält man keine Gesetze.


Die fünf Dimensionen der großen Karriere

In der Analyse erfolgreicher Persönlichkeiten haben die beiden Autorinnen fünf Dimensionen entdeckt. Ist eine der fünf Dimensionen nicht entwickelt, sei eine “große Karriere” ausgeschlossen. Wobei sie der ersten Dimension, der Ambition, einen zentralen Platz einräumen. Die fünf Dimensionen im Überblick:

1. “Ambition”: Ohne den unbedingten Willen geht gar nichts. “Ambition” beschreiben Assig und Echter als “Ehrgeiz, als Besessenheit, als Hingabe, reine Freude, heroischer Fleiß, Perfektionssucht, als Leidenschaft und Konzentration.” Oder als “der unbedingte Wille nach Vervollkommnung”. Wer diesen Ehrgeiz nicht spürt, muss ihn freilegen. Und die Autorinnen sind zuversichtlich, dass in jedem diese Ambition irgendwo schlummert. Einige wenige, auf einer Seite zusammengefasste Fragen sollen helfen, die Leidenschaft freizulegen.

2. “Das eigene Können entwickeln”: Hingabe allein reicht nicht. Bei allen, die Großes erreicht haben, kommt eine Eigenschaft dazu, die Mühe macht: üben, üben, üben. Wie Malcolm Gladwell in seinem Bestseller “Überflieger” sehen Assig und Echter 10.000 Übungsstunden als Grundlage erfolgreichen Handelns. Sie vergleichen den Karriereweg mit dem Aufstieg zu einem Gipfel. Allerdings ohne Kartenmaterial. Rückschläge zu verarbeiten, gehört deshalb zum Programm.

3. “Die Psyche stabilisieren”: Hier sprechen Dorothea Assig und Dorothee Echter ein wenig beachtetes Phänomen an: die Vorbereitung auf den Erfolg und den richtigen Umgang mit Erfolg. Viele große Karrieren bleiben demnach unvollendet, allein weil die Protagonisten dem Erfolg nicht gewachsen waren. Anstatt die neuen Macht- und Handlungsspielräume zu nutzen und auszubauen machen sie sich klein ¿ und bleiben klein.

4. “Positive Resonanz erzeugen”: Viele Studien haben gezeigt, dass nicht die Arbeitsergebnisse erfolgsentscheidend sind, sondern die oft strapazierten “Soft Skills”. Assig und Echter legen es Ambitionierten nahe, den Kontakt zu anspruchsvollen Vorbildern zu suchen und sich im Kreis anderer Ambitionierter zu bewegen. Denn “erfolgreiche Menschen brauchen Resonanz und Spiegelung von anderen Erfolgreichen.” Grundlage dafür sind nicht Konkurrenz und Egoismus, sondern Großzügigkeit, Dankbarkeit und Wertschätzung.

5. “Die eigene Bühne”: Herausragende Persönlichkeiten und erfolgreichen Menschen nutzen, so haben die beiden Coaches herausgefunden, keine vorhandenen Bühnen ¿ sie schaffen sich die Bühne selbst. Und das heißt auch, sie finden und definieren ihre eigene Rolle und gewinnen ihr eigenes Publikum. Auch dafür heißt eines der probaten Mittel “Dank”.

Innerer Antrieb statt äußerer Reize

Neu ist die Art und Weise, in der die Autorinnen vorhandenes Wissen zu einem System fügen und wesentliche Elemente aus der Erfolgs- und Coachingliteratur in die Karriereliteratur einbetten. Sie liegen völlig richtig, wenn sie das “Karrieremachen” ins Leben zurückholen und damit die Trennung von Beruf und Leben aufheben. Gerade die “großen Karrieren” zeigen, dass es nie in erster Linie um Geld oder Macht geht, sondern um den inneren Antrieb. Managementbuch.de – Fazit: Wer vom “großen Ding” träumt, findet hier wichtige Impulse und Methoden, die Träume Realität werden zu lassen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Details zum Buch:

>> Dorothea Assig, Dorothee Echter; Ambition. Wie große Karrieren gelingen. Campus Verlag GmbH. März 2012

Damit Berufseinsteiger nicht wie der Ochs vor dem Arbeitsleben stehen

23. April 2012

Ist das ein Karriere-Ratgeber? Wenn man so will. Mehr noch ist “Bildungslücke” das Buch, das Schul- und Hochschulabsolventen jenseits des Fachwissens auf das Berufsleben vorbereitet. Denn da geht es nur zu einem eher bescheidenen Teil um tatsächliches Fachwissen, sondern vielmehr um die viel beschworenen “Soft Skills”. Also um die Fähigkeit, den Tag und die Arbeit zu planen, die Fähigkeit, seine Stärken einzusetzen und auch um die Fähigkeit, Chancen zu erkennen und zu nutzen. Alles “Skills” die in kaum einer Schule vermittelt werden. Diese Lücke füllt dieses Buch, in dem namhafte Experten ihr Wissen für Berufseinsteiger zur Verfügung stellen. Eine prima Gelegenheit, die wahren Anforderungen der Arbeitswelt kennenzulernen.

Eine “Eins” in Mathe reicht nicht, um eine Gehaltsverhandlung zu führen

Gute Noten in Mathe, Betriebswirtschaft oder Musik sind das eine. Nachher in Konfliktsituationen richtig zu handeln das andere. Wer aber nicht weiß, dass es Methoden gibt, Konfliktgespräche zu führen, wer bei null anfängt, wenn es darum geht, den Arbeitstag zu planen, wer denkt, man sei entweder ein guter Redner oder eben nicht, der wird immer hinter seinen Möglichkeiten zurückbleiben. In “Bildungslücke” werden all diese Themen kurz und prägnant angegangen. Natürlich wird allein durch die Lektüre kein Mensch zum guten Redner, aber es wird doch klar, dass und wie man ein guter Redner werden kann.

Ein Schnelldurchgang durch die interessante Welt der “Soft Skills”

Mit von der Partie in diesem Buch ist zum Beispiel Michael Rossié. Als ausgebildeter Schauspieler und Trainer vermittelt er die Grundlagen für die wirkungsvolle Präsentation vor Publikum. Eine Fähigkeit, mit der man auf allen Hierarchie-Ebenen punktet. Auch Verhandeln ist so eine Sache, die klaren Gesetzen folgt und die von Ingeborg Rauchberger gut verständlich und nachvollziehbar dargestellt werden. Und weil die ganze Performance letztlich auch an körperlicher Fitness hängt, zeigt Ingo Burkert, wie man auch Marathon-Arbeitstage (und davon kann es eine Menge geben) locker übersteht.

Damit Talente und Fähigkeiten auf fruchtbaren Boden fallen

Zwanzig Themen, präsentiert von zwanzig Experten. Es sind die Themen, die nicht nur über Erfolg und Nicht-Erfolg entscheiden. Sondern die auch entscheiden, ob ein Job Spaß macht oder zur Qual wird. Managementbuch.de – Fazit: “Bildungslücke” ist ein tolles Buch, das den Einstieg in den Job wesentlich erleichtern wird. Es zeigt, was zu tun ist, damit die persönlichen Fähigkeiten und Talente auf fruchtbaren Boden fallen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:
>> Die Bildungslücke. Der komprimierte Survival-Guide für Berufseinsteiger. Herausgegeben von Thilo Baum, Martin Laschkolnig. Books4Success. März 2012

April 2012: Die kommentierte Managementbuch.de – Bestsellerliste

18. April 2012

1. George Soros: Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika.

Soros nimmt kein Blatt vor den Mund, versteckt sich nicht hinter Konjunktiven. So hat für ihn auch die Euro-Krise einen Namen. Und der ist Angela Merkel. Seit der Lehmann-Pleite habe sie nationale Lösungen europäischen Lösungen vorgezogen. Und sie sei es auch, die Griechenland durch ihre Politik an den Rand des Ruins getrieben habe. So sehr George Soros in Zeiten des Gleichgewichts staatlichen Rettungsmaßnahmen klare Absagen erteilt, so eindringlich warnt er jetzt davor, den Brand aus lauter Angst vor Wasserschäden nicht zu löschen.

>> George Soros George Soros: Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika. Originaltitel: Financial Turmoil in Europe and the United States. Börsenmedien AG. April 2012

2. Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation.

Noch nie wurden wesentliche Geschäftsprozesse so einleuchtend in verständliche und logische Einheiten “zerlegt”. Die hervorragende und reich bebilderte Gestaltung des Buches ist Teil des Konzepts, Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse so darzustellen, dass sie in jeder Abteilung, in jedem Unternehmen (egal wie groß es ist) als wirkliche Vorlage für die eigene Strategiearbeit dienen kann.

>> Alexander Osterwalder, Yves Pigneur Business Model Generation. Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. Campus Verlag GmbH. August 2011

3. Fredmund Malik: Führen, Leisten, Leben.

Malik fordert seine Leser dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. Und zwar nicht nur “auf dem Platz”, wie man im Fußball sagt, sondern auch außerhalb dessen. Maliks Grundthese: Führung und Management sind eine Frage der richtigen Werkzeuge. Von der richtigen Sitzungsorganisation bis zur Leistungsbeurteilung erklärt er alle wesentlichen Werkzeuge. Und stellt ihre Anwendung in den Zusammenhang grundlegender Werte und Aufgaben.

>> Fredmund Malik Führen, Leisten, Leben
Wirksames Management für eine neue Zeit. Komplett überarbeitete Neuauflage. Campus Verlag GmbH. Oktober 2006

4. Heiko Roehl et al: Werkzeuge des Wandels

Wie die Unternehmen die Segel setzen müssen, damit der “Wind of Change” sie in eine erfolgreiche Zukunft trägt, haben die Herausgeber der “Zeitschrift für Organisationsentwicklung” um Heiko Röhl jetzt in einem lesenswerten Buch komprimiert zusammengestellt. Mithilfe hochrangiger Professoren und Berater, darunter auch Change-Urgestein Klaus Doppler, stellen sie die wichtigsten Methoden beziehungsweise “Werkzeuge” vor, mit denen Change-Prozesse vorangebracht werden können.

>> Werkzeuge des Wandels
Die 30 wirksamsten Tools des Change Managements. Herausgegeben von Heiko Roehl, Brigitte Winkler, Martin Eppler. Schäffer-Poeschel Verlag. März 2012

5. Roger Rankel: Das kleine Buch vom großen Verkauf.

130 Seiten, Westentaschenformat (Handschuhfachformat) und ein praktischer Begleiter für Verkäufer. Nichts Neues, aber alles, was man wissen muss (sollte). Die Idee des Büchleins: Zwischendrin für produktiven Input sorgen. Also bei der nächsten Zigarettenpause auf dem Parkplatz kurz ein Kapitel reingepfiffen und schon ist gelerntes Wissen wieder aktiviert – oder es sind gar neue Impulse gesetzt. Sehr effektiv.

>> Roger Rankel Das kleine Buch vom großen Verkauf. 99 Tipps für mehr Umsatz. GABAL Verlag GmbH. April 2012

6. Bernhard Moestl: Die Kunst, einen Drachen zu reiten.

Moestl greift mit seiner Metapher vom Drachen, der in einem steckt, eine alte religiöse Grundüberzeugung auf. Demnach heißt Mensch sein, die Triebe oder die Emotionen, in den Griff zu bekommen. Ein Sieg der Vernunft (Geist) über die Natur. Dazu die “Übungen” und Exerzitien in allen Religionen. Moestl bietet das Ganze nun in einer weltlichen Form an. “Spiritualität light”, dafür aber leicht zugänglich.

>> Bernhard Moestl Die Kunst, einen Drachen zu reiten. Erfolg ist das Ergebnis deines Denkens. Droemer Knaur. März 2011

7. Michael Paul: Raus aus dem Irrenhaus!

Die CEO-Antwort auf die “Irrenhaus-Diagnose” des Bestsellerautors Martin Wehrle. Michael Paul appelliert an alle Unternehmer, Aufsichtsräte, Vorstände, Geschäftsführer, Bereichs- und Abteilungsleiter, sich auf das klassische Handwerkszeug zu besinnen und die “Irrenhäuser” wieder in profitable Unternehmen zu verwandeln. In einem Schnelldurchgang stellt er alle wichtigen Unternehmensbereiche auf den Prüfstand zeigt, wie das Unternehmen von Grund auf wieder auf Vordermann gebracht werden kann.

>> Michael Paul Raus aus dem Irrenhaus! Stoppt den Wahnsinn – Wie Unternehmen aufräumen und den Weg zurück in die Normalität finden. Linde Verlag. Februar 2012

8. Gianna Possehl, Frank Kittel, Tiziana Bruno, Gregor Adamczyk Sich durchsetzen.

Wenn der Klügere nachgibt, herrschen die Dummen. Deshalb ist die Fähigkeit, zur rechten Zeit den Mund aufzumachen, gefragt. Das gilt besonders dann, wenn es auf der Karriereleiter nach oben gehen soll. Aber wer nicht mit einem breiten Kreuz ausgestattet ist, tut sich oft schwer, lässt sich nur zu schnell die Butter vom Brot nehmen. Dann hilft nur eins, Durchsetzungsstärke üben! Zum Beispiel mit diesem Trainings- und Anleitungsbuch.

>> Gianna Possehl, Frank Kittel, Tiziana Bruno, Gregor Adamczyk Sich durchsetzen. Haufe Lexware GmbH. Juni 2012

9. Guy Browning, Janet Brown: Der Pocket-Guru.

Das Buch für alle, die keine Bücher lesen. Der Karriereratgeber für alle, die keine Karriereratgeber lesen. Denn “der Pocket-Guru” ist nix zum Lesen, sondern zum Durchblättern. Und auf jeder Seite bleibt man hängen und nimmt was Wichtiges mit. Denn der Autor hat die wichtigsten Erkenntnisse zu zentralen Themen des beruflichen und persönlichen Fortkommens brutal auf jeweils 10 knackige Punkte eingedampft. Bestens geeignet für schnellen und wirkungsvollen Input.

>> Guy Browning, Janet Brown Der Pocket-Guru
Unbezahlbare Business-Tipps für jede Situation. “Es ist alles widerlich einfach!”. Campus Verlag GmbH. Februar 2012

10. Marco von Münchhausen: Das Münchhausen-Prinzip.

Er ist ein echter Münchhausen. Und hat jetzt, nach vielen Bestsellern, die Familiensage zum Prinzip gemacht – sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Daraus entwickelt er ein solides Programm zum Selbstcoaching. Nicht neu, aber schön verpackt und für Laien anwendungsbezogen aufbereitet.

>> Marco von Münchhausen Das Münchhausen-Prinzip. Wie Sie sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Kösel-Verlag. November 2011