Nur wer Konflikte erkennt, kann sie auch lösen

26. Juli 2010

Konflikte am Arbeitsplatz ruinieren Familien, Beziehungen unter Kollegen und Unternehmen. Und obwohl Konflikte so alltäglich sind, kann kaum jemand souverän mit ihnen umgehen. Dabei gibt es einige einfache Regeln und Tricks, um Konflikte zu entschärfen. Voraussetzung dafür ist es, einen Konflikt richtig “lesen” zu können. Wo kommt er her? Um was geht es wirklich? Der Trainer und Coach Rolf Schulz zeigt in seinem jetzt neu aufgelegten Buch “Toolbox zur Konfliktlösung”, wie Konflikte zuerst analysiert und dann gelöst werden können.

Nicht um den heißen Brei reden

Je mehr der Erfolg von Unternehmen von der Kooperation seiner Mitarbeiter abhängt, desto wichtiger ist es, Konflikte frühzeitig zu erkennen und auszuräumen. Der am weitesten verbreitete Umgang mit Konflikten ist es aber leider immer noch, ihnen vermeintlich aus dem Weg zu gehen. Mit Sicherheit der Weg, der nie zu einer Lösung führt. Wer aber erst einmal weiß, wie zwangsläufig und “natürlich” Konflikte meist zustande kommen, verliert die Angst davor, sie zu lösen.

Über die Anatomie des Konflikts

Rolf Schulz spricht in seiner “Toolbox zur Konfliktlösung” alle wesentlichen Konfliktherde im Unternehmen an: Konflikte mit Mitarbeitern, Konflikte mit Kollegen und Konflikte mit Vorgesetzten. Seine Leistung ist es, wenige und klare Kategorien für die unterschiedlichen Konflikte zu finden. Auf dieser Grundlage entwickelt und beschreibt er dann sieben “Werkzeuge” vom Schlichtungsgespräch bis zur Klärung auf Augenhöhe. Sehr praktisch für die schnelle Umsetzung im Unternehmensalltag ist der “Entscheidungsbaum”. So können Konfliktlöser innerhalb kürzester Zeit und in wenigen Schritten die Art des Konflikts erkennen und die zugehörigen Lösungsschritte finden. Der Nachteil der geringen Tiefe wird dabei durch den Vorteil der schnellen Anwendung wettgemacht.

Nur ein gelöster Konflikt ist ein guter Konflikt

So individuell Konflikte für die Beteiligten auch sein mögen, dahinter steckt immer ein mehr oder weniger leicht zu entdeckendes Muster. So lassen sich selbst chronische Konflikte, die auf vermeintlichen persönlichen Differenzen beruhen (Charakter, Sympathien), meist auf der Verhaltensebene lösen. Mit diesem nüchternen Blick auf ein hochemotionales Thema gelingt es Robin Schulz, Streithähne wieder zurück auf den Teppich zu holen. Managementbuch.de – Empfehlung besonders für Führungskräfte, weil sie hier den souveränen Umgang mit Konflikten und das Schlichten von Konflikten lernen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Der direkte Weg zum Buch: Rolf Schulz: Toolbox zur Konfliktlösung, Eichborn 2010

Damit der Weg aus dem Urlaub nicht wieder direkt ins Hamsterrad führt

14. Juli 2010

Wer fiebert nicht immer wieder dem Urlaub entgegen. Endlich zwei oder drei Wochen im Jahr einmal richtig leben! Eine Rechnung, die nicht aufgehen kann. Denn nur, wer es schafft, Tag für Tag wenigstens ansatzweise im Einklang mit seinen Zielen und Werten zu leben, wird glücklich leben. Ein erster Schritt auf diesem Weg kann es sein, sich im Urlaub einmal intensiver mit sich selbst zu beschäftigen. Eine prima Anleitung dazu liefert der Ratgeber „Ausgeglichen Leben für Dummies“. Unaufgeregt, praktisch, mit vielen Tipps, die das Leben leichter machen.

Raus aus dem Urlaub, raus aus dem Trott

Wenn das Telefon ständig klingelt, das E-Mail-Postfach überquillt, ein Projekt das andere jagt und auch noch die Familie unter Strom steht, ist keine Zeit für grundlegende Fragen. „Augen zu und durch“ ist die Devise, Hauptsache der Karren läuft. Fragt sich nur, wie lange noch. Denn so schnell Tage und Wochen verfliegen, so schnell verfliegen auch Jahre. Und ehe man sich versieht, sind die besten Jahre vorbei. Katherine Lockett, die Autorin dieses Kompendiums für ein besseres Leben, weiß das und gibt guten Rat: von der Zeiteinteilung bis zum Essverhalten, von der Freizeitgestaltung bis zur Organisation der Mittagspause. Und sie fragt ganz direkt, ob es nicht vielleicht Zeit für einen Jobwechsel ist. Ein ideales Buch, um gerade einen Urlaub zu nutzen, um die Weichen neu zu stellen.

Man muss sich nicht jeden Schuh anziehen

Wie ein roter Faden zieht sich durch dieses Buch die Frage, ob es nicht oft auch anders ginge. Ist es wirklich richtig, in der Stadt zu wohnen? Muss ich wirklich immer länger arbeiten? Muss ich genau so perfekt sein wie der Nachbar (der vielleicht gar nicht perfekt ist)? Ist es wirklich wichtig, so oft shoppen zu gehen, oder ist das nur eine bequeme Ablenkung, die sehr viel Geld kostet und damit sehr viel Arbeitszeit? Muss es wirklich sein, dass der Familienurlaub in Stress ausartet?

Das Fernglas für den Blick in ein anderes Leben

Die Bandbreite der Lösungen und Vorschläge, die „Ausgeglichen Leben für Dummies“ bietet, ist groß. Zwar wird kaum jemand alle Tipps und Anregungen umsetzen wollen oder auch müssen. Wer aber immer das Gefühl hat, von der Last des Alltags schier erdrückt zu werden, wird hier sicher fündig. Managementbuch.de – Empfehlung für Väter und Mütter, denen es zunehmend schwerer fällt, Beruf, Familie und eigene Interessen unter einen Hut zu bringen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Katherine Lockett: Ausgeglichen Leben für Dummies, Wiley

Psychologie für Angestellte

14. Juli 2010

In vielen Unternehmen geht es zu wie im Kindergarten. Da werden Hahnenkämpfe gefochten, es wird gelogen, verheimlicht, getrickst und angeschwärzt, was das Zeug hält. Und alle leiden. Der Job wird zur Qual. Ein bisschen psychologisches Grundwissen könnte da nicht schaden, hat sich der Psychologe Albert J. Bernstein gedacht und ein genauso hilfreiches wie spannendes Buch geschrieben. „Bin ich denn der einzige Normale hier?“ ist speziell auf heikle Situationen mit Kollegen und Chefs gemünzt.

Die treiben mich noch in den Wahnsinn!

Wenn mehr als zwei Menschen aufeinander treffen, geht der Statuskrieg schon los. Ob wir das wollen oder nicht. Umso wichtiger zu erkennen, was sich da genau abspielt: all die unbewussten Handlungen und ungeschriebenen Gesetze. Albert J. Bernstein geht den vielfältigen Ursachen für Stress mit Kollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten auf den Grund. Vor allem aber entwirft er Überlebensszenarios für „101 schwierige Menschen und Situationen, die einen in den Wahnsinn treiben können“.

Es gibt ausreichend Handlungsspielraum. Man muss ihn nur kennen.

Wäre dieses Buch Pflichtlektüre für alle Angestellten, egal ob mit Führungsverantwortung oder ohne, die Produktivität in Deutschlands Unternehmen ließe sich spürbar steigern. Dieser fundierte Psychologie-Ratgeber schließt eine Lücke in der bisherigen Wirtschafts- und Business-Literatur. Er richtet den Fokus auf Menschen, die Kollegen, Führungskräfte oder Mitarbeiter sein können. Auf Situationen, die sich Tag für Tag im zwischenmenschlichen Bereich ereignen. Und Bernstein zeigt jenseits von Hierarchien auf, was einzelne in ganz konkreten Situationen ändern können. Ein Crashkurs in Psychologie und Kommunikation, mit dem der Autor seine Leser befähigt, auf reifem Niveau miteinander umzugehen (und diejenigen, die partout weiter Kindergarten spielen wollen, ins Leere laufen zu lassen).

Verhaltensmuster erkennen, souverän reagieren

Was tun, wenn der Chef ein Tyrann ist? Wie geht man mit Narzisten, Kontrollfreaks oder depressiven Kollegen um? Was tun gegen die Grinser, die eiskalt zuschlagen, wann immer sich eine Gelegenheit bietet? Und wie geht man mit „Pilzmanagement“ (alles im Dunkeln lassen) um? Bernstein liefert pragmatische Tipps und nützliches psychologisches Hintergrundwissen für das Leben im Büro. Managementbuch.de – Empfehlung, weil Angestellte mit diesem Buch lernen, bei sich und anderen bestimmte Verhaltensmuster zu erkennen. Und weil sie eine Vielzahl pragmatischer und wirkungsvoller Reaktionsmöglichkeiten kennenlernen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Albert J. Bernstein: Bin ich denn der einzige normale hier? 101 Tipps, wie Sie den täglichen Bürowahnsinn überleben. Redline 2010

Mit Ackergäulen gewinnt man keine Pferderennen. Warum Personalmanagement so wichtig ist

30. Juni 2010

Dieses Buch bitte nur unter der Bettdecke lesen! Denn es enthält haufenweise politisch unkorrekte Ratschläge. Und es löst ein großes Problem mit einem unverschämt einfachen Mittel. Jörg Knoblauch, Mittelstandsberater und Bestsellerautor, fordert Chefs dazu auf, die besten Mitarbeiter zu hätscheln, die Guten zu fördern und die Schlechten zu feuern. „Nur wer neun von zehn Stellen richtig besetzt, wird Marktführer“, heißt es im aufrüttelnden Führungsbuch „Die Personalfalle“. Es ist eine Anleitung, die Besten zu finden und zu halten.

Hier spricht Lehrmeister Jack Welch

Es war Jack Welch, der in den 80er und 90er Jahren General Electric auch durch seine rigorose Personalpolitik so erfolgreich gemacht hat. Kern seines Systems war es, Mitarbeiter in die drei Kategorien A (zeigen vollen Einsatz), B (verbesserungsfähig) und C (schlecht geeignet) einzuteilen. Wobei die Einstufung in Kategorie C für den Mitarbeiter bedeutete: „My way or Highway!“, also die ultimative Aufforderung, sich am Riemen zu reißen oder zu gehen. Jetzt greift Jörg Knoblauch dieses Prinzip in seinem neuen Buch „Die Personalfalle“ auf und passt es an deutsche Gegebenheiten an.

Vorsicht vor Mitarbeitern, die nicht mitarbeiten

„Die Personalfalle“ ist aus der Perspektive und mit dem Blick auf den Mittelstand geschrieben. Keine Formeln, keine Wissenschaft, sondern die Aufforderung, das Personalmanagement endlich ernst zu nehmen. Knoblauch beschreibt zuerst schmerzhaft detailliert die Schäden, die indisponierte Mitarbeiter nicht nur in der Bilanz, sondern auch in der Unternehmenskultur anrichten (wenn Leistungsträger z.B. von C-Mitarbeitern als „Streber“ verhöhnt werden, steht das Unternehmen am Abgrund). Dann zeigt er, wie auch kleinere und unbekannte Unternehmen für A-Mitarbeiter attraktiv werden. Und im 12. Kapitel skizziert er einen einfachen, leicht nachvollziehbaren und sofort umsetzbaren 12-stufigen idealen Einstellungsprozess.

Personal ist Chefsache

Ein großer Vorzug des Buches ist, dass sich der Autor Jörg Knoblauch im Unternehmeralltag bestens auskennt. Zum einen, weil er als Berater viele mittelständische Unternehmer und deren Sorgen aus nächster Nähe kennt, zum anderen weil er selbst erfolgreicher Unternehmer ist. Deshalb steckt das Buch auch voller Geschichten und Beispiele, anhand derer die Notwendigkeit effektiver Personalpolitik sehr gut greifbar wird. Unterhaltsam geschrieben und in ein bis zwei Abenden gut zu lesen. Managementbuch.de – Empfehlung für Personalmanager, Abteilungsleiter und Chefs mittelständischer Unternehmen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Jörg Knoblauch: Die Personalfalle, Campus Verlag GmbH

Weil es den geborenen Leader nicht gibt

22. Juni 2010

“Mein Vorgesetzter hat hervorragende Führungsqualitäten!” Ein Satz mit hohem Seltenheitswert. An der Tagesordnung dagegen das Stöhnen über inkompetente Führungskräfte. Grund dafür ist die heillose Selbstüberschätzung vieler Führungskräfte, in der Überzeugung gipfelnd, eine “geborene” Führungskraft zu sein. Die gibt es nämlich nicht. Denn selbst wer Talent zum Führen hat, braucht dazu auch noch Fertigkeiten. Mit seinem kompakten Buch “Navigieren im Auge des Taifuns” gibt Peter Zulehner jetzt Neu- und Alt-Führungskräften die Gelegenheit, sich schnell und unkompliziert (wieder) auf wesentliche Führungsprinzipien zu besinnen.

Schneller führen geht nicht

Wer mitten im Geschäftsleben steht, steht meist auch mitten im Taifun. E-Mails hier, Meetings dort, Präsentationen bauen, Entscheidungen vorbereiten und fällen – und dann kommen auch noch Mitarbeiter mit lästigen Fragen! Genau auf diese Situationen ist Peter Zulehners Führungsbuch zugeschnitten. Auf knappen 150 Seiten, also gut an einem bis zwei Abenden zu lesen, geben seine praktischen Führungsratschläge Antworten auf ganz konkrete Anforderungen im Berufsalltag. Warum wir aufhören sollten “Ja, aber …” zu sagen, wie wir mit eigenen Fehlern und den Fehlern anderer umgehen müssen, wie man Feedback gibt, das weiterbringt. Alles kein Hexenwerk, aber die Beachtung von Zulehners Ratschlägen kann Wunder bewirken.

Vom Profi für Profis

“Navigieren im Auge des Taifuns” unterscheidet sich von anderen Führungsbüchern durch die Erfahrungstiefe seines Autors. Denn bevor Peter Zulehner sich als Berater und Mediator selbstständig gemacht hatte, war er Führungskraft und Topmanager. Deshalb weiß er ganz genau, was Führungskräfte weiterbringt (und genauso gut, was sie bremst und ganze Unternehmern gefährdet). Ausdruck dieser fast dreißigjährigen Berufserfahrung sind auch die vielen Fallbeispiele, anhand derer er zeigt, wie Führung funktioniert oder wie Führung Desorientierung und Unmut hervorruft. Sein Buch ist auch ein Plädoyer dafür, die Mitarbeiter mit allen ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten ernst zu nehmen. Eindrücklich das Beispiel vom wortkargen Buchhalter eines norddeutschen Unternehmens, der nach Dienstschluss an drei Abenden in der Woche einen Kirchenchor mit 70 Personen leitete. “Lernt eure Leute kennen!”, ruft Zulehner seinen Lesern zu.

Immer mit der Ruhe

So aufreibend ein Taifun auch sein kann. Es gibt einen Platz der absoluten Ruhe. Und zwar mitten im Taifun, im sogenannten „Auge des Taifuns“. Peter Zulehner nimmt dieses Bild, um Führungskräften nahezulegen, sich immer wieder zurückzuziehen, um in Ruhe zu analysieren und zu entscheiden. Und um dann mit umso größerer Standfestigkeit auch im stärksten Taifun die Richtung zu weisen. Managementbuch.de – Empfehlung für alle Führungskräfte, deren letztes Führungsseminar länger als ein halbes Jahr zurückliegt.


Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Peter Zulehner: Navigieren im Auge des Taifuns, Linde Verlag

Lieber “quick and dirty” als “never ever”

17. Juni 2010

Es macht Spaß, dieses Strategie-Umsetzungsbuch zu lesen. Schön geschrieben, sehr gut zu lesen und mit netten Cartoons gewürzt. Hans-Christian Riekhof reagiert mit diesem Buch auf den Umstand, dass viele Unternehmen zwar viel Geld in Strategie-Entwicklung investieren, gleichzeitig aber erschreckend viele Strategieprozesse im Sande verlaufen. Deshalb geht es hier vor allem um drei Dinge. 1. Umsetzung, 2. Umsetzung. 3. Umsetzung. Sehr pragmatisch und praxisorientiert präsentiert der Freund des “quick and dirty” sechs Hebel, die dabei helfen, die Strategie produktiv zu machen.

Nicht alle Hebel in Bewegung setzen, sondern sechs

Wer je mit Strategieumsetzung zu tun hatte, wird den pragmatischen Ansatz schon daran erkennen, wie Riekhof seine Umsetzungshebel benennt: Es sind: 1. Strategie-Steckbriefe für alle Organisationseinheiten. 2. Strategiegerechter Ressourceneinsatz. 3. Strategisches Reporting. 4. Strategiegerechte Managemententwicklung. 5. Strategiegerechte Strukturen und Prozesse. Und 6. internes Marketing für die Strategie. Jeder “Hebel” wird auf nur zehn Seiten beschrieben, und das reicht auch völlig. Denn der Autor fasst sich kurz, besinnt sich auf das Wesentliche und weiß, dass Führungskräfte nicht zum Lesen da sind, sondern um etwas zu bewegen. Wer immer damit betraut war oder damit betraut werden wird, eine Strategie umzusetzen, wird die Ratschläge und Ideen des Göttinger Professors und Unternehmers gerne annehmen.

Endlich einer, der sich kurz fasst

Hans-Christian Riekhof konzentriert sich konsequent auf die Umsetzung – bis auf die ersten 40 Seiten, in denen er eine “kurze Einführung in die Strategieentwicklung” gibt. Und zwar so kurz, so präzise, so zugespitzt, wie man es selten findet. Er hält sich an das Konzept der “Konzentration auf das Main Thing” von Labovitz und Rosansky. Und dabei gelingt ihm, was Steuerreformer bislang vergeblich versuchten: Strategieentwicklung auf einer Fläche, nicht größer als ein Bierdeckel, zu skizzieren.

Managementbuch.de – Testsieger im Bereich “Strategie”

“Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht.” Mit diesem Zitat von Albert Einstein erklärt Hans-Christian Riekhof, warum sich viele Führungskräfte im Operativen verlieren, anstatt die wichtigen Dinge anzupacken. Nun macht er mit seinem Buch Strategiearbeit so plastisch und so begreifbar, dass man sie mit der gleichen Lust angehen wird, wie das Holzhacken. Das ist eine große Leistung, und deshalb ist dieses Buch Managementbuch.de – Testsieger im Bereich “Strategie”. Ich empfehle das Buch allen Führungskräften, die in ihren Unternehmen die spannende und herausfordernde Aufgabe übernehmen, Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Linke zum Buch: Hans-Christian Riekhof: Die sechs Hebel der Strategieumsetzung, Schäffer-Poeschel Verlag

Geld anlegen? Ja, aber wie?

17. Juni 2010

Die Welt hat sich geändert. “Ob es uns gefällt oder nicht, in Zukunft werden wir die Verantwortung für unsere Alterssicherung selbst übernehmen müssen”, schreibt Christopher Jones in “Das krisensichere Portfolio”. Denn die staatlichen Rentensysteme erodieren, und das Vertrauen in die Ratschläge der Finanzprofis bröckelt nicht erst seit der Finanzkrise. Die schlechte Nachricht ist, dass die meisten Menschen keine nennenswerten Kenntnisse im Bereich der persönlichen Finanzen besitzen. Wie auch? Schulen und Universitäten bereiten im Allgemeinen nicht darauf vor, finanzielle Selbstverantwortung zu übernehmen. So werden viele Milliarden privater Sparvermögen häufig auf Grundlage einer zufälligen Mischung von Faustregeln, Bauchgefühl oder irgendwelchen heißen Börsentipps getätigt. Obwohl es, wie Christopher Jones in seinem im besten Sinne lesenswerten Buch beschreibt, gar nicht so schwer ist, sich die wichtigsten Kenntnisse für eine vernünftige Investmentstrategie anzueignen.

Glück ohne Verstand reicht nicht

Es hat sich gezeigt: Die Ergebnisse der aufwändigen und mit hohen Kosten verbundenen Bemühungen der Heerscharen von professionellen Vermögensmanagern sind in aller Regel mäßig. Statistisch ist kaum mehr belegbar, als dass Verwalter, die über längere Zeit besser sind als der Markt, einfach Glück hatten. Das heißt im Umkehrschluss: Auch ein Privatanleger kann, wenn er die grundlegenden Konzepte der finanzwissenschaftlichen Kapitalmarkttheorie versteht, kostengünstig und ohne allzu großen Aufwand sinnvoll und erfolgreich investieren. In einem “Crash-Kurs in der kritischen Auseinandersetzung mit Geldanlagen” stellt Christopher Jones finanzwissenschaftlich fundierte Investmentstrategien vor, wie sie im Geschäft mit professionellen Großinvestoren umgesetzt werden. Privatanlegern wenig bekannt, können sie grundlegend sinnvoll auch für ihre Investmententscheidungen sein.

Von den Großen lernen

Jones ist Chief Investment Officer bei “financial engines”.
Das Unternehmen ist eines der größten Investmentberatungsunternehmen in den USA, wurde mitbegründet von Nobelpreisträger William Sharpe und berät v.a. institutionelle Investoren (Unternehmen und Pensionsfonds).

Ausgehend von der Theorie vom effizienten Markt, die besagt, dass bei der Preisbildung eines Assets sämtliche für seine Bewertung relevanten Informationen berücksichtigt sind, gibt es kein “free lunch”. D.h. hohe Renditen lassen sich nur durch dementsprechend hohe Risiken erzielen. Deswegen ist es auch reine Zeitverschwendung, durch die Auswahl von bestimmten Titeln (”Stock Picking”) oder durch die Wahl des richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunktes (”Market Timing”) zu versuchen, den Markt zu übertrumpfen. Sinnvoller und erfolgreicher ist es vielmehr, die eigene Risikobereitschaft zu bestimmen und dann in seinem Depot einfach ein risikoadäquates Marktportfolio mit kostengünstigen Indexfonds abzubilden.

Eine gute Grundlage für richtige Finanzentscheidungen

Wenn auch vielleicht ab und an etwas redundant und in Bezug auf steuerliche Besonderheiten oder konkrete Finanzprodukte auf den amerikanischen Anleger abgestimmt, ist das Buch empfehlenswert für alle, die von den “Großen”, nämlich den institutionellen Investoren, lernen wollen. Jones räumt provokant und manchmal amüsant mit vielen Börsenmärchen auf und vermittelt allgemein verständlich grundlegende Kenntnisse über die wesentlichen Konzepte finanzwissenschaftlich begründbarer Investmentstrategien. Und auch wenn Sie darüber nicht zum leidenschaftlichen Investmentheimwerker werden und Ihr Vermögen weiterhin in die Hände von Beratern oder Verwaltern geben: Die Lektüre erzeugt eine beruhigende Distanz zu den Aufgeregtheiten des Finanzmarktes und – marketings und gibt grundlegende Hinweise zur Beurteilung von Anlagevorschlägen. Und damit ist ja auch schon viel gewonnen. Managementbuch.de – Empfehlung für alle, die schnell Experte in eigener Sache werden wollen.


Dr. Birgit Bosold, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Christopher Jones: Das krisensichere Portfolio, Finanzbuch Verlag GmbH

Es ist Zeit, Farbe zu bekennen

27. Mai 2010

Schon Karl Marx diagnostizierte, dass der Kapitalismus die Tendenz zur Verdinglichung von Menschen und der Vermenschlichung von Dingen mit sich bringe. Sind wir jetzt endgültig so weit, wenn wir aufgefordert werden, Selbstbranding zu betreiben und uns aufzustellen wie eine Marke? Petra Wüst, Expertin für Self-Branding, kennt diese Vorbehalte – und räumt sie aus. Sie zeigt, wie wichtig es in unserer modernen Gesellschaft ist, Farbe zu bekennen. Und sagt, wie man es am besten anstellt.

Das Jahrhundert der Chancen

Die Veränderungen am Arbeitsmarkt bringen nicht nur neue Berufe, sondern auch neue Arbeitsweisen hervor. Portfolio- und Projektarbeiter, Freelancer, Jobnomaden, eine digitale Bohème. Was für die einen den Verlust an Sicherheiten bedeutet, ist für die anderen das Auskosten neuer Freiheiten. Niemand ist mehr sein Leben lang zu einem einzigen Job verdammt – einerseits. Niemand kann sich auf den einmal erworbenen Qualifikationen ausruhen – andererseits. Für Petra Wüst ist es das „Jahrhundert der Chancen“. Und diese Chancen kann umso besser nutzen, wer ein klares Profil hat, wer weiß, was er will, und von dem auch die anderen wissen, was er kann und will.

Mit somatischen Markern zur emotionalen Marke

Self-Branding ist also die Kunst, seine Stärken zu kennen, zu nutzen und zu kommunizieren. Zuallererst also die Aufgabe, sich selbst besser kennen zu lernen. Petra Wüst leitet deshalb dazu an, die persönlichen “somatischen Marker” zu entdecken, um auf dieser Basis eine authentische und emotionale Marke zu entwickeln. Bei diesen Aufgaben zeigt sich, dass Self-Branding keine oberflächliche Etikettierung ist, sondern auch dabei hilft, die eigenen Kräfte zu bündeln und wirksam werden zu lassen. Diese Fokussierung gelingt, ohne die Komplexität der Persönlichkeit zu reduzieren. Denn, so Petra Wüst, es kommt nicht darauf an, eine Marke zu werden, sondern ein markantes Profil zu haben.

Das bin ich, das kann ich, das will ich

Die Autorin geht das Thema Self-Branding konstruktiv an. Sie zeigt schlüssig auf, warum es immer wichtiger wird, sich selbst klar zu positionieren. Sie beschreibt die wesentlichen Trends im Self-Branding. Und sie entwickelt ein konsistentes Modell, das sich aus den Elementen Markenidentität, Markenbild und Markenkommunikation zusammensetzt. Wer Petra Wüsts Anleitungen folgt, wird damit belohnt, die vormals nur diffus benennbaren Stärken und Ziele künftig klar und effektiv kommunizieren zu können.
Managementbuch.de – Empfehlung für alle, die sich ein professionelles Profil zulegen wollen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Petra Wüst: Profil macht Karriere, Orell Füssli 2010

Das bislang wichtigste Managementbuch des Jahres

19. Mai 2010

„Früher hieß es: Anlegen, Zielen, Zielen, Zielen, Feuern. Heute heißt es: Anlegen, Feuern, Zielen, Zielen, Zielen.“ So hat Ex-HP-Chefin Carly Fiorina einmal die Spielregeln der globalen und vernetzten Wirtschaftswelt beschrieben. Ein klarer Bruch mit den herkömmlichen Managementmethoden. Statt sorgfältiger Analysen, langfristiger Planungen und exakt definierter Ziele, geht es jetzt um das Ausprobieren, um Schnelligkeit und Flexibilität. „Effectuation“ heißt die dazu passende Management-Methode, die Michael Faschingbauer in seinem wichtigen Buch jetzt bekannt macht.

Weg vom Grünen Tisch, rein ins Leben

Unternehmern wird dieses Buch aus dem Herzen sprechen. Denn Michael Faschingbauer beschreibt in „Effectuation“ genau die Situation, mit der Unternehmer in der Regel konfrontiert sind: Mit der absoluten Ungewissheit. Und Unternehmer wissen: Wenn ich es mit Ungewissheit zu tun habe, helfen Analysen aus der Vergangenheit oder extrapolierte Trends wenig bzw. gar nichts. Denn es kommt in den entscheidenden Fällen nicht darauf an, Märkte zu erobern, sondern darauf, Märkte zu erschaffen. Sie wissen: Ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung kann nicht entlang eines Businessplans in die Welt gebracht werden, sondern indem man das Produkt oder die Dienstleistung schnell sowie mit überschaubaren Mitteln und guten Partnern im Markt ausprobiert und verbessert. „Ziele“ dienen dabei nicht als Selbstzweck sondern als Navigationshilfe, die einen unter Umständen auch „an Orte bringt, die man ohne das Ziel nie entdeckt hätte. So kann man nach Indien lossegeln und unterwegs Amerika entdecken“.

Entdecken mit Methode

Effectuation als Methode entstand, indem Forscher erfolgreichen Unternehmern auf die Finger geschaut haben. Und festgestellt haben, dass die sich selten oder nie an „Business-Regeln“ halten, die linear-kausales Vorgehen verlangen. Dieses Vorgehen sei, so Michael Faschingbauer, zwar angebracht, wenn es darum geht, klassische Spitzenleistungen zu erbringen – zum Beispiel die Nr.1 Position in einer genau definierten Sparte in einem bekannten Umfeld zu erreichen. Das linear-kausale Vorgehen funktioniert aber nicht, wenn es um neue Produkte oder Dienstleistungen geht. Hier fahren alle besser, die nach den vier Prinzipien von Effectuation vorgehen: 1. Das Prinzip der Mittelorientierung (mit dem beginnen, was man ist, weiß, kann und hat, statt der Orientierung an „mythischen Zielen“). 2. Das Prinzip des leistbaren Verlusts (Einsätze orientieren sich am leistbaren Verlust, nicht am erwarteten Ertrag). 3. Das Prinzip der Umstände und Zufälle (Zufälle und Umstände werden nicht als Störfaktoren, sondern als Gelegenheiten aufgefasst). 4. Das Prinzip der Vereinbarungen und Partnerschaften (andere ins Boot holen, statt sich abzugrenzen).

Effectuation ist die Navigationshilfe für unübersichtliche Zeiten

Michael Faschingbauers Buch „Effectuation“ gibt all denen Schützenhilfe, die Businessplänen, Analysen und Marktforschungsdaten kritisch gegenüber stehen, wenn es darum geht, Neuland zu betreten. Vor allem aber bietet Effectuation Methoden und Prinzipien, um sich in unwägbarem Gelände zurechtzufinden. Managementbuch.de – Empfehlung für innovative Unternehmer, für Gründer, für Business-Angels und Risiko-Kapitalgeber. Und für alle, die mit neuen Ideen neue Märkte schaffen wollen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Michael Faschingbauer: Effectuation, Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln, Schäffer Poeschel 2010

Das umfassende Handbuch zum Thema Mitarbeitergespräche

19. Mai 2010

Es gibt kaum noch Jobs, bei denen der Output und die Leistung von Mitarbeitern einfach an den produzierten Stückzahlen abgelesen werden kann. Im Gegenzug hängt das Überleben vieler Unternehmen davon ab, sowohl die Erfahrungen und die Ideen der Belegschaft produktiv zu integrieren, als auch zwischenmenschliche Störungen schnellstmöglich zu beheben. Wie Mitarbeitergespräche diesen Zielen dienen können, beschreiben Brigitte Winkler und Helmut Hofbauer in ihrem 1999 erstmals aufgelegten und inzwischen zum Klassiker avancierten Handbuch „Das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument“.

Wie gelingt das produktive Gespräch

Wie produktiv Mitarbeitergespräche für beide Seiten verlaufen, hängt davon ab, wie sie geführt werden. Deshalb widmen sich die Autoren ausführlich den Hintergründen. Warum sind Mitarbeitergespräche sinnvoll? Welche Ziele sollen erreicht werden? Geht es darum, Entwicklungspotenziale zu fördern, oder eher darum, Leistung zu kontrollieren? Wie kann wichtiges Feedback eingeholt werden? Wie wird das Instrument „Mitarbeitergespräche“ am besten eingeführt? Brigitte Winkler und Helmut Hofer liefern hier eindeutige Fakten und praktische Umsetzungsvorschläge. Sie richten sich damit direkt an Führungskräfte und an das Management, liefern aber auch für Arbeitnehmervertretungen wichtiges Hintergrundwissen.

Alles muss auf den Tisch

Dieses Handbuch zeichnet sich dadurch aus, dass es auch auf die wichtigen kommunikativen Grundlagen eingeht. Die beiden Autoren behandeln die verschiedenen Ebenen der Kommunikation, zeigen Führungskräften, wie sie ein offenes Gespräch führen können. Und sie geben praktische Ratschläge für den Umgang mit emotional aufgeladenen Situationen. Wie spricht man Kündigungen aus? Wie gehe ich mit Wut und Trauer um? Wie kann ich ein Alkoholproblem bei einem Mitarbeiter ansprechen? Auf alle Fragen liefern Brigitte Winkler und Helmut Hofbauer umsetzbare Antworten.

Für alle, die Mitarbeitergespräche ernst nehmen

Wer das Mitarbeitergespräch als strategisches Führungsinstrument nutzen will, ist mit diesem Handbuch bestens bedient. Es vereint die neuesten Ergebnisse aus der Forschung mit ganz auf die Praxis zugeschnittenem Wissen. Ausführliche Literaturlisten belegen nicht nur, dass die Autoren sich bestens auskennen, sondern bieten einen sehr guten Überblick über die relevante Literatur. Managementbuch.de – Empfehlung für alle, die Mitarbeitergespräche ernst nehmen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Link zum Buch: Brigitte Winkler, Helmut Hofbauer: Das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument, Hanser 2010