Handbremse los und ab die Post

23. Januar 2012

In einer Zeit, in der scheinbar alle Türen offenstehen, liegt die Bringschuld beim Einzelnen. Nicht die Gewerkschaft sorgt für das Plus auf dem Gehaltskonto, sondern der beherzte Gang zum Vorgesetzten. Und wer dennoch auf der Stelle tritt, bemühe weder die vermeintlich schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt noch das bildungsferne Elternhaus, sondern löse stattdessen die inneren Blockaden. Eine Anleitung zum Durchstarten liefert jetzt Petra Bock in ihrem fulminanten Selbstcoaching-Buch Mind-Fuck.



Was hindert dich daran, deine Ziele zu erreichen


Das Buch fällt auf fruchtbaren Boden, denn Leben heute heißt nicht mehr einfach “irgendwie durchkommen”. Zufrieden darf sein, wer sich selbst verwirklicht. Und so geht es nicht mehr darum, seine Zeit in einer Bank abzusitzen oder sich als Bäckereifachverkäuferin durch den Tag zu lächeln. Die Messlatte liegt höher, es geht um den Schriftsteller oder den Tauchlehrer auf den Malediven. Warum auch nicht. “Was hindert dich daran, deine Ziele zu erreichen”, ist deshalb die Standardfrage der Coachs. Die Antwort steht fest: “Du selbst.”


Gefahren lauern überall


Petra Bock schöpft aus dem Vollen und verknüpft die für das neurolinguistische Programmieren (NLP) zentralen “Glaubenssätze” mit der Transaktionsanalyse und dem “Inner Game”-Konzept Timothy Gallweys. Herausgekommen sind dabei die von Petra Bock so benannten “Mindfucks”, wie sie provokant die Techniken der Selbstsabotage nennt. Genau sieben solcher Techniken hat sie in langjähriger Arbeit als Coach identifiziert. Alle führen dazu, dass wir an der schlechten Gegenwart festhalten, anstatt in die bessere Zukunft aufzubrechen:

  • Der Katastrophen-Mindfuck malt die Zukunft in düstersten Farben (wenn ich etwas verändere, verliere ich die Rente, habe kein Dach über dem Kopf und nichts zu essen).
  • Der Selbstverleugnungs-Mindfuck stellt den Dienst an anderen (Ehepartner, Familie, Kinder, Kollegen) über die “Genehmigung” zur Selbstverwirklichung.
  • Der Druckmacher-Mindfuck bringt so viel Strom in die Sache, dass man sie besser gleich sein lässt.
  • Der Bewertungs-Mindfuck sorgt dafür, sich selbst und andere entweder hoffnungslos über- oder unterzubewerten.
  • Der Regel-Mindfuck ist im Alltag auch bekannt als “das haben wir schon immer so gemacht”.
  • Der Misstrauens-Mindfuck hindert uns daran, gute und beglückende Erfahrungen mit anderen zu machen, weil wir ständig Angst haben, von ihnen über den Tisch gezogen zu werden.
  • Der Übermotivations-Mindfuck deckt schwerwiegende Probleme zu, indem er uns zur Ablenkung wie besessen in Projekte, Aufgaben oder Sportarten stürzen lässt.




Das Drehbuch des Lebens lesen lernen


Man kann über die Anleitungen, die Petra Bock in ihrem Buch gibt, um diese “Mindfucks” zu überwinden, streiten. Schließlich handelt es sich dabei auch um grundlegende Persönlichkeitsdispositionen, die, folgt man Gehirnforschern wie Gerhard Roth, nicht viel Spielraum für Veränderung lassen. Dass es aber diese Techniken der Selbstsabotage gibt, daran ist kein Zweifel – ein kleiner Exkurs in die eigenen Verhaltensweisen wird als Beweis genügen. Und wenn es schon nicht gelingt, das eigene Drehbuch komplett umzuschreiben, so ist es doch äußerst sinnvoll, es wenigstens zu kennen. Managementbuch.de Fazit: “Mindfuck” liefert eine gute Diagnose der Selbst-Sabotagetechniken. Damit hilft das Buch, neue Denk- und Handlungsfelder zu erobern. Gleichzeitig baut Petra Bock aber eine fatale Falle. Denn die Rückseite der Medaille “Du schaffst es” ist mit “Selber schuld” beschriftet – was mit Sicherheit für reichlich neuen “Mindfuck” sorgt.


Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Petra Bock: Mindfuck, Warum wir uns selbst sabotieren und was wir dagegen tun können. Droemer Knaur, Oktober 2011

Privatanlegers bester Freund heißt Hirn

16. Januar 2012

Ein Schläger und ein Ball kosten zusammen 1,10 Euro. Der Schläger kostet ein Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet also der Ball? Nein, 10 Cent ist falsch! Der Ball kostet nur 5 Cent. Hätten Sie es gewusst? Wahrscheinlich nicht, ich übrigens auch nicht. Es ist ein Beispiel von vielen, mit denen James Montier in seinem Buch “Der Schlüssel zu Ihrem Anlage-Erfolg” illustriert, womit sich die Verhaltensökonomie oder neudeutsch “Behavioral Finance” beschäftigt. Mit der Art und Weise, wie wir uns selbst austricksen.

Endlich Klartext vom Guru

James Montier arbeitet seit 20 Jahren als Investmentmanager und hat sich als Buchautor einen Namen gemacht. Seine meistens dickleibigen Bücher gelten als Standardwerke. Nun hat er mit “Der Schlüssel zu Ihrem Anlage-Erfolg” ein schmales Bändchen für interessierte Privatanleger vorgelegt. Sie erfahren, warum der wichtigste Feind Ihres Anlage-Erfolgs Sie selber sind – und was Sie dagegen tun können.

Wir können nicht so tun, als lebten wir noch in der Steinzeit

Unsere Gehirne sind Ergebnis einer langen evolutionären Entwicklung, die allerdings, und das ist das Problem, in geologischem Schneckentempo abläuft. Deshalb ist es sehr gut auf die Bedingungen abgestimmt, die wir als Urmenschen vor 150.000 Jahren in der afrikanischen Savanne vorfanden, aber nur schlecht auf die Anforderungen einer industriellen Welt, die erst seit 300 Jahren besteht. Und schon gar nicht auf die eines modernen Finanzsystems, das wir erst seit ein paar Jahrzehnten haben. Das System Stammhirn steuert aber immer noch viele unserer Verhaltensweisen, vor allem, wenn wir unter Stress geraten. Wir reagieren dann, ohne nachzudenken “auf die Schnelle”. Für das Überleben in der Wildnis ist das so nötig wie richtig. Denn lieber einmal zu viel weglaufen, wenn es alle tun, als vom nächsten Löwen gefressen werden.

Die Zukunft schert sich einen Dreck um die Vergangenheit

Und was sind nun die Schlüssel zu Ihrem Anlage-Erfolg? James Montier sagt, vergessen Sie die Vergangenheit, glauben Sie nicht an Prognosen und meiden Sie Experten! Wir haben eine tief sitzende Abneigung, einmal gefasste Meinungen zu verändern, die dazu führt, auf die Zukunft gerichtete Entscheidungen von früheren beeinflussen zu lassen. Sie kennen vielleicht das Phänomen, dass Sie Positionen erst dann wieder verkaufen, wenn der Einstandswert wieder erreicht ist – vor lauter Trauer um die sogenannten „sunk costs“.

“Wer Wissen hat, prophezeit nicht. Wer prophezeit, hat kein Wissen.”

Die Richtigkeit von Prognosen der vielen Experten ist kaum größer als die eines Zufallsgenerators. Dennoch saugen wir wie besessen Zukunftsorakel aller Art auf. Lassen Sie sich davon nicht beeindrucken, warnt Montier. Egal, ob es um die Verarmung der westlichen Industriegesellschaften wegen der demografischen Entwicklung geht, um leuchtend helle Aussichten oder Katastrophenszenarios für den DAX zum Jahresende. Halten Sie sich lieber an den chinesischen Philosophen Laotse: “Wer Wissen hat, prophezeit nicht. Wer prophezeit, hat kein Wissen.”

Was alle machen, kann auch idiotisch sein

Montier wirbelt unsere Alltagsannahmen gehörig durcheinander. Wie kann es sein, dass sich weit mehr als die Hälfte aller Autofahrer für überdurchschnittlich gute Autofahrer halten (Und in einer gepflegten Runde von Investmentmanagern wird man kaum ein anderes Ergebnis erwarten dürfen)? Hier ist eine angeborene kognitive Verzerrung am Werk, der “overconfidence-bias”, (bei Männern stärker als bei Frauen ausgeprägt und bei Experten jeder Couleur am stärksten). Genauso irrig die Annahme, viele Informationen führten zu richtigen Entscheidungen. Anders herum wird ein Schuh draus. Mehr Informationen verhelfen definitiv nicht zu besseren Entscheidungen, sondern nur zu einer größeren (und gefährlichen) Gewissheit, richtig zu liegen. Oder der Glaube, kollektive Entscheidungen seien die besseren. Tatsächlich neigen Menschen dazu, sich in Gruppen idiotischer zu verhalten, als wenn sie auf sich gestellt sind, und das umso mehr, wenn diese Gruppen hierarchisch strukturiert sind. Und selbst wenn wir wissen, dass sie falsch ist, schließen wir uns gerne der Meinung der Mehrheit an. Denn sich gegen die Herde zu stellen, löst nicht nur Angst aus, sondern erzeugt – messbar mit modernen Gehirnscans – sogar Schmerz.

Wer mit diesem Buch nicht steinreich wird, wird wenigstens gut unterhalten

Montier ist bekennender Value-Investor, also Anhänger einer Anlagestrategie, die durch Analysen versucht, “unterbewertete” Unternehmen zu finden, um damit überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Warren Buffet, einer der bekanntesten Vertreter dieser Schule, ist damit steinreich geworden. Ich bin weder das eine, noch das andere, aber dennoch empfehle ich das Buch: Denn auch, wenn man nicht zum Value-Investor werden will, ist es lehrreich und wegen der vielen verhaltensökonomischen Experimente, die Montier vorstellt, sehr unterhaltsam.

Dr. Birgit Bosold, www.Managementbuch.de

Mehr Informationen zum Buch:
>> James Montier: Der Schlüssel zu Ihrem Anlage-Erfolg.
Bessere Entscheidungen mit Behavioral Investing. Börsenmedien AG.
November 2011

Nur glückliche Manager sind gute Manager

12. Januar 2012

Wer glücklich ist, leistet bessere Arbeit und steckt zudem seine Mitarbeiter an. Kein Wunder, dass Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern besser abschneiden als der Rest. Damit schlägt die Stunde für eine neue Management-Disziplin: Glücklich sein! Das ist durchaus ernst gemeint und auch umsetzbar, wie der Ex-Manager und Bestsellerautor Werner Schwanfelder in seinem neuen Buch “Der glückliche Manager” zeigt. Einzige Voraussetzung ist es, Routinen zu durchbrechen und Zeit zu reservieren, um sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern.

Glück lässt sich nicht in den Feierabend delegieren

Dass sich Bücher zum Thema Glück seit Jahren auf den Bestsellerlisten ganz oben wiederfinden, hat wohl einen einfachen Grund. Die Menschen merken, dass Geld und Erfolg nicht alles sind. Und vielleicht geht es auch darum, in einem wirtschaftlich stagnierenden oder rückläufigen Umfeld auf andere Pferde zu setzen. Da ist es nur konsequent, das Thema auch dahin zu tragen, wo es wirklich einen Nerv trifft – in die Unternehmen und in den Arbeitsalltag. Denn wer da nicht glücklich wird, hat auch in den anderen Lebensbereichen schlechte Karten. Glück ist schließlich keine Feierabend-Disziplin. Sondern Resultat gelungener Momente im Leben. Oder gar eines gelungenen Lebens.

Kein Neuland, aber neue Blickwinkel

Schwanfelder betritt in “Der glückliche Manager” kein Neuland. Schließlich wurde in der letzten Zeit über kaum ein Thema so viel geschrieben, wie über das “Glücklich sein”. Aber weil er sich an Manager richtet, kann er wohl zu Recht davon ausgehen, dass er nicht auf allzu viel Vorwissen hoffen darf. Deshalb ist das Buch der vorsichtige Versuch, Manager und leitende Angestellte zu einem anderen Blick auf das Leben und die Arbeit zu verführen. Das schafft Schwanfelder mit vielen Geschichten und Anekdoten über das Glück. Und indem er gute Fragen stellt. Um auch die rational gestrickten Leser zu erreichen, spickt er sein Buch mit Studien und wissenschaftlichen Befunden, die zeigen, dass der Zusammenhang von Glück und Erfolg nicht von ungefähr kommt.

Glück und Erfolg sind zwei Seiten einer Medaille

“Der glückliche Manager” ist auch eine Art Bilanz des Asienkenners und erfahrenen Managers Werner Schwanfelder. In mehreren Büchern hat er bereits die asiatische Philosophie für das Managementdenken fruchtbar gemacht. Jetzt, zum Abschluss seiner Managerkarriere, versucht er zu ergründen, worum es letztendlich geht. Nicht um Kennzahlen, nicht um Umsatzziele, sondern darum, zu leben. Und zwar nicht erst im Ruhestand, sondern mitten im Berufsleben, Tag für Tag. Managementbuch.de – Fazit: Ein persönliches Buch eines gestandenen Managers. Und eine gute Anleitung für Manager, ein Betriebsklima zu schaffen, in dem Mitarbeiter und Manager Glück und Erfolg als zwei Seiten einer Medaille erkennen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:
>> Werner Schwanfelder: Der glückliche Manager
Warum Glück Ihren Erfolg potenziert. Ariston Verlag. August 2011

Dezember 2011: Kommentierte Bestsellerliste von Managementbuch.de

20. Dezember 2011

1.
Martin Wehrle: Ich arbeite in einem Irrenhaus

ISBN: 3430200970

Zu Weihnachten geht es überall zu, wie in einem Irrenhaus. Ganz besonders aber wohl in den Unternehmen. Ob sich wohl der eine oder andere nach der Weihnachtsfeier an den Kopf gelangt hat? Auf jeden Fall ist Martin Wehrle mit seinem pathologischen Befunden wieder unangefochtener Spitzenreiter.

>>Martin Wehrle: Ich arbeite in einem Irrenhaus.
Vom ganz normalen Büroalltag. Illustriert von Dirk Meissner. Econ Verlag. Februar 2011

2.
Peter D. Schiff, Andrew J. Schiff: Wie eine Volkswirtschaft wächst

ISBN: 3941493752

Der Corine-Preis hat diesem lesenswerten Buch noch einmal mächtig Auftrieb gegeben. Gut, denn die beiden Autoren vermitteln auf unangestrengte Art in einer schönen Fabel den Kern dessen, was eine Volkswirtschaft ausmacht. Und das zu wissen ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Unverstand die Welt regiert.

>> Peter D. Schiff, Andrew J. Schiff: Wie eine Volkswirtschaft wächst … und warum sie abstürzt. Originaltitel: How an Economy Grows and Why It Crashes. Übersetzt von Egbert Neumüller. Börsenmedien AG. Februar 2011

3.
Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens

ISBN: 3446426825

Ein schöneres und zugleich intelligenteres Geschenkbuch gibt es nicht in dieser Saison. Die Macher haben es wohl darauf angelegt. Schönes Format, schön gestaltet und von einem Autor geschrieben, der sein Handwerk beherrscht. Das Neueste aus der Verhaltensökonomie und der Hirnforschung im Plauderton auf den Punkt gebracht.

>> Rolf Dobelli: Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen. vierfarbig. Lesebändchen. Illustriert von Birgit Lang. Hanser, Carl GmbH + Co.
September 2011

4.
Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation

ISBN: 359339474X

Wir haben es als “Bestes Managementbuch 2011″ ausgezeichnet. Weil uns schon lange kein Managementbuch mehr untergekommen ist, das so eine Punktlandung hingelegt hat. Im Kern geht es um eine einfache und effektive Methode, einen Strategieprozess durchzuziehen. So dargestellt, dass einen die Lust überfällt, sofort anzupacken.

>>Alexander Osterwalder, Yves Pigneur: Business Model Generation. Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer. Originaltitel: Business Model Generation – A Handbook for Visionaries, Game Changers, and Chall. durchgehend 4-farbig, 521 Abbildungen. Übersetzt von J. T. A. Wegberg. Campus Verlag GmbH. August 2011

5.
Joachim Käppner: Berthold Beitz

ISBN: 3827008921

Alles, was ein Buch leisten kann. Nicht das übliche, schnell dahin Geschriebene. Sondern in monatelanger Recherche und Kleinarbeit zusammengesucht, durch viele Gespräche und Interviews ergänzt. Nicht nur die Biografie eines wichtigen Mannes, sondern auch das Porträt einer Zeit. Ein großes Buch!

>> Joachim Käppner: Berthold Beitz. Die Biographie. Lesebändchen.
Berlin Verlag. November 2010

6.
Lothar Seiwert: Ausgetickt

ISBN: 3424200581

Der Zeitmanagementpapst glaubt nicht an Zeitmanagement. Wie kann es sein, fragte sich Lothar Seiwert, dass Arbeitslose unter dem Burn-out-Syndrom leiden, während andere in bester Laune rund um die Uhr am Werk sind und Großes schaffen? Seine Antwort: Es kommt nicht darauf an, wie viel, sondern was wir arbeiten.

>> Lothar Seiwert: Ausgetickt. Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert. Abschied vom Zeitmanagement. komplett zweifarbig. Ariston Verlag. Oktober 2011

7.
Fredmund Malik: Führen leisten leben

ISBN: 3593382318

Suche während des Goldrauschs nicht nach Gold, sondern verkaufe Schaufeln! Dieses Prinzip steckt auch hinter Maliks Klassiker. Denn der liefert der Wissensgesellschaft das Handwerkszeug. Und zeigt, was man braucht, um Meetings abzuhalten, Mitarbeiter zu führen oder Strategien umzusetzen.

>> Fredmund Malik: Führen, Leisten, Leben. Wirksames Management für eine neue Zeit. Komplett überarbeitete Neuauflage. Campus Verlag GmbH. Oktober 2006

8.
Nancy Duarte: Resonate

ISBN: 3527506209

Ein brandneues Buch, das ab sofort zu der handvoll Bücher gehört, die man übers Präsentieren gelesen haben. Die Autorin dieses “Bilder”-Buches genießt in den USA Kultstatus, hat mit ihrer auf Präsentationen spezialisierten Agentur schon für so manches Highlight bei den ganz Großen gesorgt.
>> Nancy Duarte: resonate. oder wie Sie mit packenden Storys und einer fesselnden Inszenierung Ihr Publikum verändern. 1. , Auflage. Übersetzt von Isabel Lamberty-Klaas. Wiley VCH Verlag GmbH. Oktober 2011

9.
Josef W. Seifert: Visualisieren Präsentieren Moderieren

ISBN: 3869362405

Jetzt ist der Klassiker endlich auch in der modernen Medienwelt angekommen und statt Overheadprojektoren gibt’s jetzt Beamer. Aber die Qualität dieses Buches ist es gerade, dass es nicht von der Technik ausgeht, sondern von den Zuhörern. Da glänzt Seifert nach wie vor. Sein Buch ist und bleibt Nachschlagwerk Nummer 1!

>> Josef W. Seifert: Visualisieren Präsentieren Moderieren. Der Klassiker. 30. , völlig überarbeitete Neuauflage. zweifarbige, zahlreiche Abbildungen. GABAL Verlag GmbH. September 2011

10.
Andreas Baetzgen: Brand Planning

ISBN: 3791031155

Damit ein Produkt heute den Durchbruch schafft, muss es nichts weniger werden, als eine Marke. Aber wie macht man eine Marke? Dieser Frage haben sich einige der profiliertesten Experten gestellt. Herausgekommen ist ein Sammelband auf hohem Niveau. Ein hervorragendes Update für alle Marketing-Profis und Brandmanager.

>> Brand Planning. Starke Strategien für Marken und Kampagnen. 2 Tabellen. inklusive Downloadangebot. Herausgegeben von Andreas Baetzgen. Schäffer-Poeschel Verlag. November 2011

Vorsätzlich erfolgreich mit Brian Tracy

19. Dezember 2011

Ein Jahreswechsel ist ja immer auch ein willkommener Anlass für den persönlichen Rückblick und Ausblick. Da kommt das neue Buch von Brian Tracy “Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” gerade recht. Es nimmt viele der bekannten Erfolgs-Regeln aus dem Blickpunkt der Disziplin ins Visier. Und liefert mit vielen Fragen eine prima Vorlage, um aus den schnell dahingesagten Vorsätzen ein wirkliches Lebensprogramm zu entwickeln. Auch wer schon einige Bücher dieser Sorte gelesen hat, wird auf seine Kosten kommen. Denn wie bei jedem Training macht auch beim Erfolgstraining erst die Übung und damit die konsequente Wiederholung den Meister.

Nicht nehmen, was kommt, sondern wählen, was man will

“Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” geht in drei Schritten vor. Im ersten sensibilisiert Brian Tracy für die große Lebensplanung (nicht nehmen, was kommt, sondern wählen, was man will). Im zweiten zeigt er die Anwendung der “Erfolgsprinzipien” in beruflicher und finanzieller Hinsicht. Und im dritten Schritt zeigt Brian Tracy, wozu das alles gut sein soll und widmet sich dem “guten Leben.” Alles sehr lesefreundlich in kurze Kapitel aufgeteilt und ebenso flüssig wie unterhaltsam geschrieben und mit vielen guten Zitaten gespickt. Brian Tracys Mantra: Ziele setzen, bewusst leben und dann: Zähne zusammenbeißen und dran bleiben. Denn Beharrlichkeit (Disziplin) heißt, nicht nur laut Brian Tracy, das Ticket zum persönlichen Ziel.

Viele Einladungen, einen anderen Blick auf sich und das Leben zu werfen

Wer über Bücher dieser Sorte die Nase rümpft, verpasst was. Denn Brian Tracy spricht in “Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” viele Einladungen aus, um das Leben kurz (oder lang) einmal aus einer anderen Warte zu betrachten. Zum Beispiel mit der Frage “Nennen Sie drei Menschen, lebende oder verstorbene, die Sie am stärksten bewundern, und beschreiben Sie eine ihrer Eigenschaften, vor der Sie Respekt haben.” Eine Frage, deren Antworten wichtige Hinweise auf eigene Wünsche geben können. Auf Wünsche, die ansonsten oft im Verborgenen bleiben.

Einfach mal drüber nachdenken

Noch eine Frage von Brian Tracy, mit der man sich gut auf einem Silvesterspaziergang (Hin- und Rückweg) beschäftigen kann: “Welches eine große Ziel würden Sie sich setzen, wenn Sie wüssten, dass Sie nicht scheitern können?” Und falls das für Sie alles Petitessen sind, noch eine kleine Frage von Brian Tracy: “Stellen Sie eine Liste der wichtigsten Freunde am Arbeitsplatz und im persönlichen Leben auf. Was könnten Sie tun, um dafür zu sorgen, dass sie sich besser fühlen?” Managementbuch.de – Fazit: Wer Fragen dieser Sorte anregend findet und sich und sein Leben darüber hinaus gerne (wieder) einmal auf den Prüfstand stellt, ist mit Brian Tracys “Keine Ausreden. Die Kraft der Selbstdisziplin” bestens bedient.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch

>> Brian Tracy: Keine Ausreden! Die Kraft der Selbstdisziplin. GABAL Verlag GmbH. September 2011

Wer Spielgeld hat, der setze es

12. Dezember 2011

Die Produkte von Apple kennen Sie sicher, aber wissen Sie, um wie viel Prozent die Aktie von 2003 bis 2011 gestiegen ist? Um 200% – oder 500% oder gar um 1000% – wer bietet mehr? Die Aktie hatte Anfang 2003 einen Wert von etwa 7 $, Ende 2011 notiert sie etwa bei 385 $, das ist eine Wertsteigerung von über 5.000%. Und auch für Euro-Investoren wären immerhin noch mehr als 4.000% drin gewesen. Sie hätten also mit einem Einsatz etwa 25.000 EUR zum Millionär oder zur Millionärin werden können. Noch einfacher wäre es mit Amazon gewesen. Der Online-Buchhändler ging im Sommer 1997 mit einem Kurs von 1,75 € an die Börse. Im Zuge des Internethypes der Jahrtausendwende stieg der Kurs auf über 100 €, um dann ebenso jäh wieder einzubrechen. Sein Tief erreichte er 2001 mit 6,40 €. Seither klettert der Kurs unaufhaltsam. Ende 2011 notiert er bei knapp 150 €, eine Wertsteigerung von sagenhaften 8.500 %. Hätten Sie also vor 14 Jahren in Aktien des Unternehmens investiert, hätten 12.000 € gereicht, um Sie millionenschwer zu machen. Hätten…

Der DAX ist nur um 200% gestiegen

Dass man an der Börse viel Geld machen kann, ist unbestritten. Wenn, ja wenn man auf die richtigen Werte setzt. Denn deutsche Standardwerte, wie sie im DAX vertreten sind, haben seit 1997 magere 50% Rendite erwirtschaftet. Das sind 3% im Jahr und damit gerade mal die Inflationsrate. Seit seinem Tiefststand im Jahr 2003 nach dem Technoblasen-Crash ist der Index immerhin um fast 200% gestiegen. Aber das ist nur für die ein Trost, die eben nicht zu Höchstständen investiert haben und deshalb immer noch Verluste von fast 25% verschmerzen müssen.

Apple war lange Zeit eine Lame Duck

Dass die Informationstechnologie der Wachstumsmarkt der nächsten Jahre werden würde, hätte man Ende der 1990er Jahre wissen können. Aber hätte man wissen können, dass sich Apple mit dem iPod aus einer jahrzehntelangen Agonie befreien kann? Denn bis dahin dümpelte der Kurs der Aktie mit einem kurzen Zwischenhoch im Jahr 2000 seit dem Börsengang 1980, also fast 25 Jahre um seinen Emissionskurs herum. Und hätte man wissen können, welche der zahlreichen Internetbuden, die es um die Jahrtausendwende an die Börse schafften, eine Zukunft haben, und nicht als wertloser Pennystock enden würde? Dass Amazon und nicht irgendein anderer 0nline-Shop zum Weltkonzern werden würde?

Profis trauen sich meist nicht. Deshalb heißt es: selber machen

Dennoch: Das Buch mit dem provozierenden Titel “100% mit Aktien” ist empfehlenswert. Autor Alfred Maydorn, Experte für Wachstumsaktien und seit 20 Jahren im Geschäft wirbt in seinem locker geschriebenen, inspirierenden und angenehm bescheidenen Buch zwar auch ein wenig für seinen Börsenbrief, aber auch für viel mehr als das: für den Mut zum Risiko. Denn mit Investitionen in junge Wachstumsunternehmen können auch private (Klein-) Anleger und Anlegerinnen mit überschaubaren Einsätzen und ohne Hedge- und Hebel-Hokuspokus fantastische Gewinne erzielen. Und er plädiert zu Recht dafür, selber zu handeln. Denn die Profis wissen es nicht nur nicht besser als Sie oder ich, sie haben vor allem gute Gründe, nicht gegen den Strom zu schwimmen. Das Risiko ist einfach zu hoch. Wenn sie mehrfach daneben tippen, ist der Job gefährdet. Dann lieber mit der Masse falsch liegen! Wenn Sie delegieren wollen, dann setzen Sie lieber gleich auf preiswerte Indexfonds.

Rate, rate was ist das …

Wir werden auch in Zukunft Börsenmärchen wie die von Apple, Amazon & Co erleben. Auch da hat Maydorn recht. Vielleicht mit dem Socialmedia-Giganten Facebook, der gerade seinen Börsengang plant und schon jetzt höher bewertet ist als Amazon. Oder mit einem Unternehmen, dessen Namen wir heute noch nicht kennen und das gerade dabei ist zu entwickeln, wie wir unsere Energieversorgung revolutionieren können. Denn: “Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist” (Victor Hugo)! Managementbuch.de – Fazit: Sicher ist die Spekulation mit Aktien junger Wachstums-Unternehmen nicht gerade als Basisinvestment für die Altersvorsorge geeignet. Aber wer Mut zum Risiko hat, etwas Zeit und ausreichend Spielgeld natürlich, der wird Alfred Maydorns Buch mit Gewinn lesen. Und danach vielleicht sogar satte Gewinne einfahren. Viel Erfolg dabei!

Dr. Birgit Bosold, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Alfred Maydorn: 100 % mit Aktien. So finden Sie die Kursverdoppler von morgen. Börsenmedien AG. September 2011

Open Space – je kleiner die Tagesordnung für ein Meeting, desto besser das Ergebnis

5. Dezember 2011

Falls Sie auch schon einmal die Erfahrung gemacht haben, dass die Gespräche in der Kaffeepause interessanter und produktiver waren, als ein ganztägiges Meeting, dürfte Open Space etwas für Sie sein. Denn hinter der “Meeting-Technik” Open Space Technology steckt der Gedanke, all das aufs Tapet zu bringen, was sonst im Verborgenen bleibt. Und zwar nicht vom Chef oder vom Abteilungsleiter oder von externen Beratern, sondern von den Leuten, denen es unter den Nägeln brennt. Überraschend aber wahr ist, dass die Open Space Technology keiner Tagesordnung bedarf. Und dass sich der Abschlussbericht quasi von selbst schreibt und schon am Ende des Meetings an alle verteilt werden kann. Kann das sein? Klar, sagt der Erfinder der Open Space Technology Harrison Owen und beschreibt in seinem gleichnamigen Buch, wie einfach das geht.


Ein erfolgreiches Konzept macht Schule

Die erste Open Space Technology wurde 1996 in Deutschland abgehalten. Seither wurden in Unternehmen, in der Politik und in vielen Non-Profit-Organisationen viele tausend Meetings auf der Basis der “Open Space Technology” durchgeführt. Alle mit fulminatem Erfolg. Das Konzept ist so einzigartig wie einfach. Alle, die freiwillig, aus eigenem Antrieb am Meeting teilnehmen, sitzen zu Beginn im Kreis und werden vom Moderator aufgefordert, ihre Fragestellung oder ihren Lösungsansatz zum vorgegebenen Thema in der Runde zu präsentieren. Und zwar knapp, in ein paar Sätzen. Der Clou: Wer ein Thema vorstellt, erklärt sich zugleich verantwortlich für das Thema und bestimmt Ort und Zeit innerhalb des Meetingtages, an dem er mit anderen Interessenten genau dieses Thema bearbeitet. Und er sorgt dafür, dass die Ergebnisse seines Workshops sofort schriftlich festgehalten werden.

Ideen ohne Leidenschaft sind wertlos

Harrison Owen, der Begründer der Open Space Technology lehnt sich an uralte menschliche Kommunikationsformen an. Deshalb der “demokratische” Kreis anstatt der Plenarbestuhlung. Owen selbst hat inzwischen hunderte solcher Meetings begleitet und dabei Teilnehmerzahlen zwischen fünf und 2.000 (!) erlebt und zum produktiven Austausch geführt. Sehr zurückhaltend, denn die einzige Aufgabe des Moderators ist es, Raum und Zeit zur Verfügung zu stellen (und ein bisschen Klebeband, Papier, Stifte und Post-ist mit zu bringen). Was die Open Space Technology so erfolgreich macht, ist, dass sie die Meetingteilnehmer bei ihren Interessen abholt, sie ernst nimmt. Damit räumt Owen auch die Frage aus, was mit Teilnehmern passiert, die sich nicht trauen, in der großen Runde ihr Thema vorzustellen: Wer keine Leidenschaft verspürt, wird auch keine Lösung finden. Denn Ideen ohne Leidenschaft, so Owen, sind nichts wert.

Wer neue Lösungen sucht, sollte das verborgene Wissen seiner Leute ans Tageslicht befördern

Open Space Technology ist nicht in jedem Fall die richtige Form. Wenn es etwa darum geht, ein neues Abrechnungssystem oder Produkt einzuführen oder fixe Entscheidungen top-down zu kommunizieren, sind andere Formen überlegen. Sobald es sich aber um eine offene Fragestellung handelt, können Meetings im Open Space Format völlig neue Lösungsansätze an die Oberfläche bringen. “Wie kann sich ein Unternehmen auf neue Märkte einstellen? Wie können Arbeitsabläufe substanziell verbessert werden? Wie können Konflikte gelöst werden?” Es sind diese Fragen, von denen die Schlagkräftigkeit von Unternehmen und Organisationen abhängt. Fragen, zu denen es keine vorgefertigten Antworten gibt. Allerdings gibt Harrison Owen zu bedenken, dass die Open Space Technology oft im Gegensatz zu herrschenden Unternehmensphilosophien steht. Denn die Anwendung der Open Space Technology bedeutet für den Zeitraum des Meetings jeglichen Verzicht auf Kontrolle. Wer sich auf die Energie seiner Mitarbeiter oder Mitglieder einlassen will, findet in diesem Buch “Open Space Technology” von Harrison Owen eine “Schritt für Schritt” – Anleitung zur Anwendung der Open Space Technology. Von den benötigten Post-its und dem Klebeband bis zur richtigen Auswahl der Räume- und zur Erst-Ansprache der Leute. Managementbuch.de Fazit: Unternehmen und Organisationen, die neue Antworten auf wichtige Fragen suchen, sind gut beraten, das oft brachliegende kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter zu nutzen. Die Open Space Technology liefert dafür einen verblüffend einfachen und vielversprechenden, produktiven Rahmen.

Wolfgang Hanfstein

Ein Mode-Ratgeber gegen den ästhetischen Super-GAU im deutschen Büro

5. Dezember 2011

“Mode ist dazu da, Ihre Vorzüge zu unterstreichen. Um Ihrer Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen.” Die das sagt ist Anna von Griesheim, eine der erfolgreichsten Modedesignerinnen Deutschlands. Sie wendet sich strikt gegen Modediktate. Aber genauso wünscht sie sich einen Weg heraus aus dem Modepragmatismus, der in Büros genauso wie in deutschen Fußgängerzonen für den ästhetischen Super-GAU sorgt. Frauen, sagt von Griesheim, sollten ihre Weiblichkeit nicht mit 08/15 Klamotten zudecken. In Ihrem Buch “Einfach gut angezogen” zeigt sie, wie jede Frau ihren eigenen Stil finden kann. Und sie gibt einen Schnellkurs über die wichtigsten Stilelemente.

Sie hat eine bessere Figur, aber ihre Haut ist eine Katastrophe

Bevor Anna von Griesheim einsteigt, ermutigt sie Frauen, weniger auf die vermeintlichen “Makel”, als vielmehr auf die “Pluspunkte” zu achten. Und vor allem sich gegenseitig nicht so scharf zu attackieren. Als Mann kann ich der Autorin Anna von Griesheim einfach nur zustimmen – “Blitz-Rankings” der Sorte “Sie hat eine bessere Figur als ich, aber ihre Haut ist eine Katastrophe” gibt es bei Männern nicht (wir haben andere Macken :-) ). Von Griesheim rät: wenn Ihnen demnächst eine schöne Frau begegnet, nicht nach Makeln suchen, sondern nach Dingen und Eigenschaften, die sie vielleicht für sich selbst übernehmen können (den aufrechten Gang, den Schnitt des Kleides, die Art des Make-ups, das selbstbewusste Auftreten).

Anna von Griesheim wirkt anziehend auf Barbara Schöneberger und Sabine Christiansen

Anna von Griesheim ist leidenschaftliche Modedesignerin. Schon als kleines Mädchen ließ sie sich nicht einfach irgendetwas anziehen, sondern zog die Mundwinkel erst hoch, wenn sie genau das anhatte, was sie anhaben wollte. Und heute zieht sie einige der bekanntesten Frauen Deutschlands an. Auch deshalb ist es ihr gelungen, für das Buch “Einfach gut angezogen” Promis (und Kundinnen) wie Sabine Christiansen, Barbara Schöneberger oder Renate Künast dafür zu gewinnen, einen erhellenden und unterhaltsamen Modefragebogen zu beantworten.

Der Schnellkurs für Frauen, bei denen Mode nicht das Thema Nr. 1 ist

Was “Einfach gut angezogen” zu einem sinnvollen und lesenswerten Stilratgeber macht, ist sein gelungener Aufbau. Anna von Griesheim geht nacheinander alle wichtigen Mode- und Kleidungselemente durch. Bluse, T-Shirt, Kleid, Jeans, Mantel, Wäsche, Schuhe, Accessoires, Kosmetik heißen die Kapitel, in denen von Griesheim jenseits aktueller Modetrends kurz und bündig die Gestaltungsmöglichkeiten beschreibt. Managementbuch.de – Fazit: Ein praktischer Stilratgeber, der die Basics der Mode knapp und unterhaltsam erklärt. Besonders wertvoll für Businessfrauen, die weder Zeit noch Lust haben, sich stundenlang in die einschlägigen Magazine zu vertiefen. Sie werden lernen, sich so zu kleiden, dass sie genauso gern wie ins Schaufenster in den Spiegel sehen.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:

>> Anna von Griesheim: Einfach gut angezogen. Wie jede Frau ihren eigenen Stil findet. ‘Knaur Taschenbücher’. 52 Abbildungen. Droemer Knaur. Dezember 2011

Schon mal was vom Volkswagenerfinder Josef Ganz gehört?

28. November 2011

Eher zufällig stolperte der Maschinenbauingenieur Paul Schilperoord in einer amerikanischen Zeitschrift über den Namen Josef Ganz. Ganz habe, so stand da zu lesen, lange vor Ferdinand Porsche einen Kleinwagen entwickelt, der alle wesentlichen Eigenschaften des Käfers aufwies. Der Maschinenbauingenieur forschte nach – und entdeckte einen der produktivsten Entwickler in der Geschichte des Automobils. Josef Ganz fuhr nicht nur schon 1933 mit einem selbst gebauten “Maikäfer” durch Frankfurt. Er stellte auch auf der “Internationalen Automobil- und Motorradausstellung” (IAMA) mit dem “Standard Superior” den ersten seriengefertigten “Volkswagen” vor. Warum der Name Josef Ganz dennoch aus den Annalen der Automobilgeschichte verschwunden ist, zeichnet Paul Schilperoord in diesem Buch erschreckend und minutiös nach.

Die Emanzipation des Autos von der Kutsche

So wie heute die Innovationen aus den IT-Laboren rund um die Welt den Takt angeben, so drehte sich damals an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert alles um die Entwicklung der neuen Mobilität. Josef Ganz erlebte die Ablösung der alten, von Pferden gezogenen Trambahn durch die Dampfstraßenbahn – und er wurde Zeuge, wie sich das Auto weg von der motorisierten Kutsche hin zu einem eigenständigen Fahrzeug entwickelte. Das Auto sollte die absolute Leidenschaft von Josef Ganz werden. Inspiriert von Henry Ford entwickelte er früh die Idee von einem Auto für alle. Und er setzte diese Idee auch um! Zum einen trommelte er als Chefredakteur der Zeitschrift Motor-Kritik für den Mut zur Innovation, zum anderen war er maßgeblich und mit vielen Patenten an der Entwicklung der zukunftsweisenden Einzelradaufhängung beteiligt. Vorläufiger Höhepunkt war die Fertigung des Prototyps “Maikäfer”. Ein außerordentlich stabiles Auto mit hervorragenden Fahreigenschaften, das durch die Reduktion aufs Wesentliche glänzte.

Kleinwagen kommen nicht in die Tüte ¿ bis der Führer spricht

Ganz propagierte in seiner Zeitschrift den Volkswagen, forderte die Industrie auf, endlich von der Produktion der alten, teuren Ungetüme auf innovative günstige Wagen umzustellen. Er hatte dazu auch eine klare Preisvorstellung. 1.500 Mark sollte das Auto kosten und keinen Pfennig mehr. Die Konstruktionszeichnungen lieferte er in seiner Zeitschrift quasi gratis mit. Aber die Konzerne sperrten sich. Warum sollten sie sich den Markt für teuere Autos durch kleine Wagen kaputtmachen? Hitler, der die Forderungen und Arbeiten des prominenten Motor-Kritikers und Entwicklers Josef Ganz kannte, machte nach der Machtübernahme kurzen Prozess. Er diktierte der Automobilindustrie das Projekt “Volkswagen”. Aber anders, als Josef Ganz erhoffte, wurde nicht er Chef eines firmenübergreifenden Entwicklerteams. Diesen Posten bekam Ferdinand Porsche. Denn Josef Ganz war Jude.

Ein unglaubliches Stück deutscher Vergangenheit

Paul Schilperoord stieß bei seinen Recherchen auf nie zuvor veröffentlichtes Bildmaterial und auf unzählige Dokumente. Er beschreibt, wie Josef Ganz, von der Gestapo verfolgt, in der Schweiz landete. Wie sich die Nazis nicht nur den Besitz von Josef Ganz unter den Nagel rissen, sondern auch seine Patente. Und er zeigt, wie Ferdinand Porsche im Volkswagen wesentliche Entwicklungen weiterführte. Managementbuch.de – Fazit: “Die wahre Geschichte des VW-Käfers” beschreibt ein unglaubliches Stück deutscher Vergangenheit. Zwar schreibt Schilperoord recht hölzern und manchmal wünscht man sich statt des Ingenieurs einen Historiker als Autor, doch was Schilperoord auftischt, ist enorm. Es gebührt ihm das Verdienst, Fotos und Dokumente ans Licht gebracht zu haben, die sonst wohl für immer im Dunkeln geblieben wären. Nicht zuletzt ist “Die wahre Geschichte des VW-Käfers” auch eine späte Referenz an den genialen Konstrukteur und Erfinder Josef Ganz.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

Zum Buch:


Paul Schilperoord: Die wahre Geschichte des VW-Käfers. Wie die Nazis Josef Ganz die VW-Patente stahlen. Durchgehend s/w Fotos. Übersetzt von Paul von Ooijen, Peter Wydler. Huber Verlag.Mai 2011

Die Wirtschaftsliteratur, die man kennen sollte

22. November 2011

Wussten Sie, dass in jedem Jahr allein in Deutschland rund 8.000 neue Wirtschaftsbücher erscheinen? In einem einzigen Jahr! Weltweit sind es ein Vielfaches. Wer soll da noch durchblicken, was wichtig und was unwichtig ist? “Wir!”, sagen die Autoren des Buches “Die 100 besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten”. Ein anspruchsvolles Projekt, zumal die Autoren den Leser mit einem großen Versprechen locken: “Alles, was man wissen muss” lautet der Untertitel des 470 Seiten dicken Wälzers. Eins darf man feststellen: Wenn es jemanden gibt, der mit Kompetenz eine solche Bestenliste der Wirtschaftsliteratur aufzustellen in der Lage ist, dann sind es die Autoren Covert, Felixberger, Hanfstein und Sattersten. Sie alle vier nämlich beschäftigen sich – als Kritiker, Verleger und Buchhändler – seit vielen Jahren professionell mit Wirtschaftsliteratur.

Von den großen Ideen bis zur persönlichen Entwicklung

Das Buch aus dem Hamburger Murmann-Verlag ist unterteilt in die Kapitel “Sie” (gemeint ist der Leser), “Führung”, “Strategie”, “Verkauf und Marketing”, “Regeln und Buchhaltung”, “Management”, “Biografien”, “Unternehmertum”, “Berichte”, “Innovation und Kreativität” sowie “Große Ideen”. Die einzelnen Buchvorstellungen sind im Schnitt drei Seiten lang und haben den Anspruch, drei Fragen zu beantworten: Warum das jeweilige Buch wichtig ist, was drin steht und warum man von der Lektüre profitieren kann. Die einzelnen Kapitel werden zusätzlich angereichert durch Einschübe, die über die eigentlichen Rezensionen hinausgehen und auf Filme, Romane und sogar Kinderbücher hinweisen, die ähnlich aufschlussreiche Erkenntnisse vermitteln.

Ganz entspannt ganz große Business-Literatur kennen lernen

Dass den Autoren der Nutzen für die Leser am Herzen lag, erkennt man nicht nur an dem lockeren und entspannten Ton, in dem das Buch geschrieben ist, sondern auch daran, dass am Ende jeder einzelnen Buchbesprechung ein kurzer Text mit der Überschrift “Was jetzt?” steht. Darin wird kurz auf thematisch ähnliche oder auch weiterführende Literatur verwiesen oder auch auf verwandte Titel, die in diesem Buch behandelt werden. Am Ende der Rezension von “Mythos Motivation” von Reinhard Sprenger zum Beispiel schreibt Autor Wolfgang Hanfstein: “Lesen Sie Daniel Pink: Drive. Da steht drin, was uns wirklich motiviert. Und nicht zu vergessen Dan Arielys wunderbares Buch über unser aller Irrationalität: Fühlen nützt nichts, hilft aber.” Auf diese Weise kommen zu den 100 wichtigsten Wirtschaftsbüchern quasi durch die Hintertür ein paar 100 weitere lesenswerte Werke hinzu.

Eines der lesenswerten Bücher aus der Masse an 8.000 Neuerscheinungen

Ich kann das Buch “Die 100 besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten” vor allem jenen Lesern empfehlen, die sich einen Überblick über managementrelevante Themen verschaffen wollen. Von den rund 8.000 Neuerscheinungen aus dem Bereich Wirtschaft und Management, die Jahr für Jahr allein in Deutschland neu auf den Markt kommen, ist “Die 100 besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten” sicher eines, das man sich besorgen sollte.

Damian Sicking, www.Managementbuch.de

Zum Buch:
>> Jack Covert, Peter Felixberger, Wolfgang Hanfstein, Todd Sattersten: Die 100 besten Wirtschaftsbücher aller Zeiten
Alles, was man lesen muss. Murmann Verlag. Oktober 2011